Aurich - Etwa 50 Flüchtlinge werden am Mittwoch in der Auricher Jugendherberge erwartet. Dort sollen die Menschen unterschiedlichen Alters aus den Krisengebieten rund acht Wochen wohnen. Landrat Olaf Meinen (parteilos) will sich im neuen Jahr mit seinem Stab zusammensetzen. Ein Problem in der Aufnahme wird nicht gesehen. „Wir heißen die Flüchtlinge willkommen und stehen dem Ganzen sehr aufgeschlossen gegenüber“, sagte der Landrat. 

Grund für die Unterbringung ist, dass sich die Zahl der Ankömmlinge gegenüber den Zahlen des Vorjahres erhöht hat. Anfang Januar waren es 170, jetzt sind es 460 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Irak, die nach Niedersachsen kommen. Bei den Menschen, die nach Aurich kommen, handelt es sich um Familien mit Kleinkindern sowie auch allein reisende Frauen und Männer, teilte Hannah Hintze für die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen mit. Durch die dezentrale Unterbringung sollen die Menschen auch vor dem Corona-Hintergrund besser geschützt werden.

„Wir heißen die Menschen willkommen“: Landrat Olaf Meinen. Bild: Archiv

„Wir heißen die Menschen willkommen“: Landrat Olaf Meinen. Bild: Archiv

Alle waren bereits mehrere Wochen in Aufnahmeeinrichtungen in Niedersachsen untergebracht. Die Behörde hatte mit dem Deutschen Jugendherbergswerk eine Übereinkunft getroffen, für 375 Flüchtlinge die Jugendherbergen in Aurich (50), Emden und Bad Zwischenahn (80) nutzen zu können. „Wir haben damals in der Krise bereits gut zusammengearbeitet“, sagte Hintze. Aber diese Zahl werde nicht erreicht.

Untergebracht sind die Flüchtlinge mit Rücksicht auf die aktuellen Corona-Auflagen. Alle sind gegen Corona geimpft und werden zweimal pro Woche auf das Virus getestet.

Wird ab 3. Januar Geflüchtete aufnehmen: die Emder Jugendherberge.

JUGENDHERBERGE UNTERSTÜTZT LANDESBEHÖRDE Geflüchtete kommen aus drei Ländern

Axel Milkert
Emden

Sie dürfen die Jugendherberge verlassen und werden bis Ende Februar am öffentlichen Leben teilnehmen, spazieren oder einkaufen gehen, betonte Hintze. Die Verpflegung und Reinigung des Gebäudes erfolgt durch das Jugendherbergswerk. Außerdem wird ein lokaler Sicherheitsdienst die Einrichtung 24 Stunden überwachen. Während der Bürozeiten stehen stets Mitarbeiter in einer Hilfsbereitschaft vor Ort zur Verfügung, falls Fragen zu beantworten sind oder Hilfen gegeben werden. Weiterhin werden sich geschulte Sozialarbeiter der Landesbehörde um die Ankömmlinge kümmern. An eine Betreuung ehrenamtlicher Art ist noch nicht gedacht, betonte Hintze.

Im März soll die Jugendherberge wieder die gewohnten Gäste aufnehmen. Wie die Flüchtlinge anschließend in Niedersachsen verteilt werden, ist noch offen, sagte Sprecherin Hintze von der Landesbehörde in Braunschweig. In Fallingbostel stünde dann eine Einrichtung für 500 Menschen zur Verfügung.

Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich
Annika Schmidt
Annika Schmidt Online-Redaktion