Moormerland/Moordorf - Noch ist nichts in trockenen Tüchern, „aber gefühlt haben wir das Ja schon“, sagten Konrad Huismann und Kurt Plagge während eines Pressegesprächs in den Räumlichkeiten der Freien Christlichen Schule (FCSO) in Moormerland. Die Schule möchte sich an einem zusätzlichen Standort erweitern und hat dafür die Haupt- und Realschule Südbrookmerland (HRS) mit Sitz in Moordorf im Blick. Die HRS schließt diesen Sommer ihre Tore, die FCSO will dann im Sommer 2023 einziehen.

In Gesprächen mit der Gemeinde

„Vor zwei Wochen haben wir Gespräche mit der Gemeinde geführt. Das Interesse in Südbrookmerland ist groß“, sagte FCSO-Schulleiter Christian Hunsmann im Pressegespräch. Noch müssten unter anderem rechtliche Fragen geklärt werden und auch muss die Politik noch eine Entscheidung fällen, so Hunsmann, auch wenn die Moormerländer Schule bereits jetzt das gefühlte Ja hat. „Wir brauchen bis zu den Sommerferien Klarheit, um dann loslegen zu können.“

Infoveranstaltung

Jetzt am 19. März ist eine Info-Veranstaltung für Südbrookmerländer Eltern und ihre Kinder, die derzeit die vierte Klasse besuchen, angedacht. Dann will die FCSO über ihre Pläne informieren, zunächst in Moormerland für ein Schuljahr eine spezielle „Südbrookmerländer Klasse“ anzubieten. Sie soll dann 2023 als sechste Klasse in Moordorf starten. „Die Anmeldephase beginnt am 19. März 2022 und geht bis zu den Osterferien“, erklärte Hunsmann im Gespräch. Nach den Sommerferien dieses Jahres will die FCSO auch das Gespräch mit den Eltern von Drittklässlern suchen. „Wir möchten uns als ergänzende Schulform in Südbrookmerland wissen und präsentieren“, so der Schulleiter.

Großes Einzugsgebiet

Die FCSO hat ein großes Einzugsgebiet, das von Moormerland bis Norden, Emden, Aurich und weiter bis Papenburg, Westerstede sowie Barßel und ins Saterland reicht. 1250 Schüler besuchen die FCSO. Dass die Moormerländer Schule einen weiteren Standort in Moordorf betreiben möchte, hat sich zum Teil aus einer Bevölkerungsumfrage im Einzugsgebiet ergeben. „Dabei wurde deutlich, dass in Emden, Südbrookmerland und Aurich unsere Schule noch bekannter werden muss“, sagte Hunsmann. Andererseits hätten Eltern bei der FCSO angerufen und mittgeteilt, dass in Moordorf bald ein Gebäude leer steht, und gefragt, ob dieses nicht als zusätzlicher Standort infrage käme.

Keine Kopie

Was in Moordorf entstehen soll, soll aber keine Kopie der Moormerländer Schule sein, wurde während des Pressegesprächs deutlich. „Wir gucken erstmal, wie hier der Bedarf und die Nachfrage ist“, sagte Plagge. Unter anderem stehe noch nicht fest, wie viele Klassenstufen angeboten werden: Während in Moormerland das Abitur möglich ist, „kann es sein, dass wir in Südbrookmerland bis zur zehnten Klasse gehen, es kann aber auch mehr oder weniger sein“, erklärte Huismann.

In Moormerland wird gebaut

Doch nicht nur in Moordorf soll sich was tun, auch bei der FCSO direkt wird aktuell gewerkelt: „Wir bauen an der Primarstufe gerade einen Trakt an, der zwei Klassenräume, vier sonstige Räume und einen Fahrstuhl umfasst“, informierte Plagge. Der Bau soll voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein und kostet rund 1,5 Millionen Euro.