Emden - In zwölf Tagen schließt die Geburtsklinik im Krankenhaus Emden. Entstehen Versorgungslücken? Wer kümmert sich künftig um Schwangere in Emden? Was verändert sich? Dazu haben die Stadt Emden und die Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden Maßnahmen entwickelt, die am Mittwochabend im Jugendhilfeausschuss vorgestellt wurden
Offene Sprechstunde
Die offene Hebammensprechstunde, die vor drei Jahren als Projekt in Emden installiert wurde, wird ausgebaut. Die Hebammen, die Beratung in der Schwangerschaft und im Wochenbett anbieten, erweitern ihr Angebot um zwei Telefonsprechstunden in der Woche. Zusätzlich wird samstags von 16 bis 17 Uhr eine Vertretungssprechstunde angeboten.
Medizinische Angebote
Neben der Hebammensprechstunde wird es in Emden weiterhin klinische Angebote für Schwangere geben, teilte die Medizinische Geschäftsführerin der Trägergesellschaft,. Dr. Astrid Gesang, dem Ausschuss mit. Dies sind Akupunktur, Homöopathie, ambulante Angebote der Medizinischen Versorgungszentren. Geplant ist außerdem eine Telemedizinische Anbindung zwischen Emden, Aurich und der Universitätsklinik Oldenburg.
24-Stunden-Versorgung
Das Fachpersonal in der Geburtshilfe in Aurich reicht bereits aus, um eine verlässliche, 24-stündige klinische Versorgung vorzuhalten. Der Kreißsaal ist auf 1600 Geburten im Jahr ausgelegt. 1200 Geburten sind es bereits jetzt, so Gesang. Ergänzend berichtete der Chefarzt der Geburtshilfe Aurich, Dr. Helmut Reinhold, von zwei Hebammen pro Schicht, sowohl tagsüber als auch nachts, tagsüber sogar von drei Hebammen im Unterstützungsdienst. Die Geburten von Emden von zuletzt 400 werden sich künftig auf die Kliniken in Aurich und Leer aufteilen. Die Auricher rechnen jährlich mit 100 bis 150 Emder Geburten.
Frühe Hilfen für Familien
Die Jugendhilfe hat zunächst einmal, Kontakt zu den umliegenden Kliniken geknüpft, teilte der Leiter des Jugendamtes, Thomas Sprengelmeyer. Das Netzwerk „Frühe Chancen für Familien“ wird etabliert. Es hatte bisher lediglich Projektcharakter. Ein Konzept, das in drei Phasen bis 2022 greifen soll, bietet Schwangeren und Familien frühe Hilfen an.
