Greetsiel - Gemütlich schlendern zahllose Urlaubsgäste über den Kai, bestaunen jeden einlaufenden Kutter ausgiebig, genießen die maritime Ruhe im Greetsieler Hafen. Das ändert sich in dieser Woche, denn Dreharbeiten für eine neue Folge der Friesland-Krimireihe nehmen den Hafen von Mittwoch bis Freitagnacht in Beschlag. Da fliegen Drohnen, krachen Schüsse, es soll sogar eine Schiffskollision geben – derweil werden immer wieder Teile des Hafengebietes abgesperrt.
Welche Auswirkungen haben die Dreharbeiten?
Welche Bereiche nicht mehr zugänglich sein werden und wann, vermochten allerdings weder das ZDF noch die Produktionsfirma Cologne Film im Vorweg erklären, so dass Einwohnerschaft und Gäste sich überraschen lassen müssen. Die jeweiligen Drehorte werden weiträumig abgeriegelt und sind absolut nicht zu betreten, erklärt auf Nachfrage die Producerin Melissa Graj. Die gegenüber üblichen Dreharbeiten noch gesteigerte Abriegelung habe auch etwas mit der Corona-Pandemie zu tun. Es werde eine Blase geschaffen, zu der nur bestimmte Menschen zugelassen werden.
Was machen die Fischer währenddessen?
Vorübergehend verlegt worden ist der Fahrradparkplatz, und auch die Fischer, die jetzt überwiegend auf See sind, müssen sich umstellen: Wer in der Zeit heimkommt, soll seinen Fang an der Schleuse des Leysiels anlanden, erklärt der Hafenmeister Heinz Wolff. Der dafür eigentlich vorgesehene Bereich des Kais ist gesperrt. Das werde aber nur einmal der Fall sein. „Der touristische Bereich mit den Cafés, Läden und dem Deich ist ebenfalls weiterhin nutzbar“, verspricht Melissa Graj.
Wann genau wird im Greetsieler Hafen gedreht?
Der Gemeinde Krummhörn ließ die Produktionsfirma einen groben Ablaufplan zukommen, aus dem hervor geht, was bis Samstag im Greetsieler Hafen geschehen soll. Demnach wird am Mittwoch ganztägig gedreht, wofür ein Teil des Gebietes abgeriegelt wird. Am Mittwoch ereignet sich auch ein dramaturgischer Höhepunkt der Handlung: Das eigens von Emden nach Greetsiel verlegte Arbeitsschiff vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) „kollidiert“ mit der „Nordstern“.
Die Dreharbeiten gehen am Donnerstag weiter: Zunächst im Hafen, dann am Sieltor und beim Yachtklub, wofür auch der Deich in Höhe des Sieltors jeweils für ein paar Minuten gesperrt werden soll. Höhepunkt des Spektakels aber ist der Freitag, wenn von Mittag bis um Mitternacht gearbeitet wird. Am Freitag soll es Blaulichtszenen und sogar einen Mord geben, bei dem eine Waffe abgefeuert wird. An allen Tagen bekommen die Möwen Konkurrenz: Es schweben Drohnen über dem Hafen.
