Aurich - Das hätte vor der Begegnung des OHV Aurich gegen den TV Großwallstadt in der ersten Runde im Pokalwettbewerb vom Deutschen Handball-Bund (DHB) kaum einer der 369 Zuschauer erwartet: Der Handballdrittligist hielt gegen den Zweitligisten aus Unterfranken (Bayern) über weite Strecken mit und kratzte an einer Überraschung. Am Ende setzte sich allerdings Großwallstadt mit 31:27 gegen einen nie aufgebenden OHV aufgrund der größeren Kraftreserven durch.
Aus dem erwarteten haushohen Erfolg des ambitionierten Gastes, der die letzte Saison in der zweiten Bundesliga mit dem sechsten Rang abschloss, wurde nichts, bis zur 15. Minute hielt die Mannschaft von Trainer Arek Blacha in der Auricher Sparkassen-Arena beim 7:7-Zwischenstand das Unentschieden und hätte dabei durchaus auch führen können.
Ohne den noch verletzten Wilke de Buhr und ohne Neuzugang Petar Puljic, dessen Spielgenehmigung noch nicht vorlag, zeigten die Auricher Sieben, dass sie unbedingt gegen den Favoriten dagegen halten wollte. Schon beim ersten Ball auf sein Tor parierte Edgars Kuksa gegen Großwallstadts Angreifer Mario Stark. Danach war gegen das 0:1 des wurfstarken Tom Jansen (insgesamt zehn Tore) kein Kraut gewachsen. Doch schon im nächsten Angriff markierte Jonas Schweigart per Strafwurf den Ausgleich.
Bis zur elften Spielminute hatte Kuksa schon vier Bälle gehalten, und Kevin Wendland, an diesem Tag mit elf Toren Aurichs bester Werfer, sorgte mit dem 7:6 für die einzige OHV-Führung. Zuvor hatte Jannes Hertlein gleich dreimal nacheinander vom Kreis die Zuspiele von Wendlandt und Schweigart eiskalt verwandelt. Auf der Gegenseite war der groß gewachsene, im Oktober 2020 vom Bundesligisten GWD Minden gekommene Savvas Savvas (8) kaum auszuschalten. Mit 17:13 für die Gäste ging es in die Pause.
Schon im ersten Abschnitt zeichnete sich ab, dass der OHV den gegnerischen Abwehrverband nicht in Bewegung brachte, die beiden Außen kamen nur selten zum Wurf. Weil aber im Rückraum Wendlandt, Schweigart und „Geburtstagskind“ Jonas Wark (wurde 20) sich von der harten Gegenwehr nicht beeindrucken ließen, blieb der OHV im Spiel.
Auch im zweiten Durchgang ließen die Auricher nicht nach. Vor allem die elf Paraden ihres Schlussmanns Frederick Lüpke, der nach dem Wechsel das OHV-Tor hütete, sorgten für eine bis zum Schluss spannende Partie. Bis auf ein Tor kam der OHV in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit noch zweimal heran, dann setzte sich Großwallstadt ab und gewann mit 31:27.
„Wir waren kämpferisch super und haben uns nicht abschütteln lassen“, war Aurichs Mannschaftsführer Schweigart zu Recht stolz auf die Leistung der Gastgeber. „Uns war es wichtig, endlich wieder einmal vor einem Publikum zu spielen und den Applaus zu hören. Wir wussten nicht, wo wir stehen, wir haben heute gute Ansätze gezeigt und nicht aufgegeben. Das macht mich optimistisch für die am nächsten Sonntag beginnende Saison. Ich bin zufrieden mit meinen Leuten“, sagte Blacha.
Nicht so begeistert war Gästetrainer Ralf Bader: „Wir haben zu viele Bälle liegen gelassen. Meine Torwarte haben kaum Paraden gezeigt. Die Auricher Schlussleute waren klar besser.“
Aurich: Lüpke, Kuksa - Wendlandt (11), Günsel, Fuhrmann, Vorontsov, M. Pliuto (2), N. Pliuto (1), Wark (4), Reshöft, Schweigart (6/1), Hertlein (3), Torfolge: 1:3 (5.), 5:6 (10.), 7:7 (12.), 8:13 (21.), 10:16 (25.), 13:17-Halbzeit, 19:20 (37.), 20:24 (44.), 24:27 (52), 25:30 (55.), 27:31-Endstand
