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HANDWERK Raus aus den Berufsklischees – Julia Smit und ihr Weg zum Traumberuf

HWK

HARLINGERLAND - In der Fachkräftegewinnung dürfen Frauen nicht vernachlässigt werden – da sind sich Vertreter der Agentur für Arbeit Emden-Leer, des Jobcenters Emden und der Handwerkskammer für Ostfriesland einig. Gemeinsam werben sie für die 'Woche der Ausbildung' vom 11. bis 15. März, in der es in mehreren Info-Veranstaltungen um das Aufbrechen von geschlechterspezifischen Verhaltensweisen geht.

'Wir wollen, dass junge Menschen das gesamte Berufsspektrum in den Blick nehmen und sich nicht davon leiten lassen, was vermeintliche Frauen- oder Männerberufe sind', sagt Ursula Cords, Geschäftsführerin des Jobcenters Emden, im Pressegespräch. Dirk Bleeker, Leiter der Berufsbildung in der Handwerkskammer für Ostfriesland pflichtet dem bei: 'Der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ist immer noch nach typischen Geschlechterrollen aufgeteilt. Das ist leider so, gerade auch im Handwerk.' Von den rund 2900 Auszubildenden in der Lehrlingsrolle der Kamm

'Arbeitsmarkt ist immer noch nach Geschlechterrollen aufgeteilt'

Besonders viele Frauen erlernen die Berufe zur Fachverkäuferin, Friseurin oder Kauffrau für Büromanagement. Beliebt sind auch kreative Sparten und die Gesundheitshandwerke wie Raumausstatterin, Zahntechnikerin oder Augenoptikerin. Allerdings verzeichnet das Handwerk bei den Auszubildenden auch 'eine erfreuliche Verschiebung hin zu vermeintlichen Männerberufen'. So gibt es 41 Malerinnen, 24 Kfz-Mechatronikerinnen, 16 Tischlerinnen und 12 Elektronikerinnen.

'Es ist uns wichtig, mit Klischees in den Köpfen der jungen Frauen aber auch der Ausbilder und Betriebsinhaber aufzuräumen', berichtet Angela Mandel, Geschäftsführerin des Berufsbildungszentrums und Mitinitiatorin der Initiative '#einfachmachen – Frauen ins Handwerk'. Aussagen wie 'Dafür ist ein Mädchen zu schwach' oder 'Da wird man dreckig, das ist nichts für ein Mädchen' sollen der Vergangenheit angehören.

Einzige Absolventin in Ostfriesland ist bestes Beispiel

Bestes Beispiel dafür ist die Kfz-Mechatronikerin Juliane Smit aus Emden. Die 20-Jährige hat ihren Beruf mit dem Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik – als einzige Absolventin in Ostfriesland – in diesem Jahr in der Werkstatt von der Bruno Bruns GmbH in Emden absolviert. 'Ich bin nicht das typische Mädchen', erzählt sie von ihrem Berufswunsch. Sie hätte mit ihrem Vater immer an Autos geschraubt. In der Berufsfachschule für Fahrzeugtechnik in Emden stieß sie dann auf erste Hürden. 'Keiner wollte mich als Praktikantin', berichtet sie. Mit Ausnahme von Jan Uwe Bruns, Geschäftsleiter der MAN Vertragswerkstatt. 'Das werde ich nie vergessen. Bereits in der zweiten Woche bot er mir eine Ausbildungsstelle an', berichtet die junge, quirlige Frau mit den kinnlangen braunen Haaren stolz.

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