HARLINGERLAND - Schlechtwetterperioden sind in der Landwirtschaft keine unbekannte Größe. Ein solches Regenjahr wie 2017 haben die Landwirte im Harlingerland jedoch noch nie erlebt. 'Die Schönwetterperioden waren für die Ernte-, Pflege- und Bestellarbeiten auf den Ländereien einfach zu kurz. Mais konnte zuletzt teilweise überhaupt nicht mehr gehäckselt oder gedroschen werden', so Günter Lüken, neuer Kreislandvolkvorsitzender für den Kreisverband Wittmund.

Selbst Landwirte, die längst in Rente sind, könnten sich an solche Regenmengen nicht erinnern, meint auch Heinz-Hermann Hertz-Kleptow, Geschäftsführer des landwirtschaftlichen Hauptvereins, Geschäftsstelle Wittmund. Das werde leider auch Auswirkungen haben auf das Jahr 2018, meinten beide am Montag in einem Pressegespräch.

Denn viele Milchviehhalter hätten es wegen des Regens nicht geschafft, den letzten Schnitt von den Weiden ins Haus zu holen. Das Gras aus dem Vorjahr, von Nährstoffen ausgewaschen, wird in den ersten Schnitt dieser Saison hineinwachsen, schildert Günter Lüken. Das habe eine schlechtere Futterqualität des Grassilos und somit auch eine geringere Milchleistung zur Folge. Die Ackerbauer haben im Herbst kaum Wintergetreide legen können. 80 bis 90 Prozent des Ackers blieb unbestellt. Jetzt hoffen diese Betriebe darauf, dass die Böden abtrocknen, damit sie ab Ende Februar Sommergetreide drillen können. 'In unserer Region und bei unserem Klima bedeutet die Kultur von Sommergetreide ein Drittel weniger Ernteertrag', gibt Hertz-Kleptow zu bedenken.