Hesel - Die Klosterkirche lag im Süden. Daneben befanden sich der Friedhof und der Kreuzgang. Ein Stück weiter waren der Schlaf- und der Speisesaal. Obwohl von der Klosteranlage im Heseler Wald nichts erhalten geblieben ist, bekommen Spaziergänger einen guten Eindruck von den Ausmaßen des Klosters Barthe. Heckenpflanzen erinnern heute an den Grundriss des verschwundenen Klosters. Bis zur Reformation im 16. Jahrhundert lebten in dem kleinen Schwesterkonvent Nonnen, denen ein Prior vorstand. Um Landwirtschaft und Handwerk kümmerten sich Frauen und Männer aus der Umgebung.
Den Standort des ehemaligen Frauenklosters erreicht man in wenigen Minuten vom Parkplatz am Silbersee aus. Kleine Hinweisschilder weisen den Weg zur Klosterstätte. Gegründet wurde der Konvent zwischen 1170 und 1184. Die ersten Gebäude waren noch aus Holz. Die mehr als 30 Meter lange Klosterkirche aus Backsteinen muss um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden sein. 1631 wurde sie schließlich abgerissen. Da hatte sich der Konvent längst aufgelöst, die Reformation hatte sich auch in Ostfriesland ausgebreitet. Katholische Klöster hatten in der Region keine Zukunft mehr. Nach der Reformation bestand Barthe zunächst weiter und diente als Stift unter gräflicher Verwaltung. Um 1600 wurde das Gut schließlich verpachtet und als Wirtschaftsbetrieb weitergeführt.
Nach der Aufgabe des Klosters entwickelte sich das heutige Aussehen der Wüstung. Es kam zu Sandverwehungen. So entstand auch der heutige Nonnenhügel, der auf den Resten des Klosters aufgeweht wurde. Die Dünenbildung führte zum wirtschaftlichen Niedergang des Gutes. Erst durch umfangreiche Aufforstungen im 19. Jahrhundert gelang es, die Verwehungen zu stoppen.
Die Geschichte des Klosters wurde bei Ausgrabungen in den Jahren 1988 bis 1992 erforscht. Dabei ließen sich allerdings keine Mauern der Klostergebäude finden. Der Grundriss konnte aber anhand von Fundamentgräben nachvollzogen werden. Um die vierflügelige Anlage erkennbar zu machen, wurden schließlich die Heckenpflanzen gesetzt.
Die Wüstung Kloster Barthe ist zu Fuß gut vom Parkplatz am Silbersee aus zu erreichen. Dieser befindet sich direkt gegenüber vom großen Autoparkplatz im Heseler Wald an der Oldenburger Straße in Hesel.
Im Anschluss an die Besichtigung der Wüstung mit dem Platz der Klosterkirche bietet sich eine Wanderung durch den Heseler Wald an. Er ist mit rund 600 Hektar das größte zusammenhängende Waldgebiet in Ostfriesland.
