Hinte - Die Gemeinde Hinte soll sich gegen eine Erweiterung der Abfall-Verbrennungsanlage im niederländischen Delfzijl aussprechen. Eine entsprechende Forderung wird von den Grünen auch in Emden, Norden oder Krummhörn erhoben. In Delfzijl soll künftig Klärschlamm verbrannt werden, um auf diese Weise Energie zu gewinnen.

Die Gemeinde Hinte soll nun den Landkreis Aurich auffordern, die Interessen der Einwohner gegen mögliche Kontaminierungen der Luft und des Wattenmeeres durch die Industrieansiedlung in der Region Delfzijl stärker wahrzunehmen. Einen entsprechenden Antrag stellen die Ratsmitglieder Gerhard Weidemann und Jelto Arends an den Gemeinderat.

Hinte soll damit die Bürgerminitiative Saubere Luft Ostfriesland bei ihrem Widerstand gegen die Genehmigung der Anlage durch die Provinz Groningen unterstützten. Die Anlage wird von der Energie From Waste Delfjil (EEW) betrieben.

Die Grünen befürchten durch das niederländische Werk Emissionen und gesunheitliche Schäden für die Hinteraner. Bereits anhängige Klagen aus Ostfriesland würden nur gering berücksichtigt. Finanziell beteiligen könne sich die Gemeinde Hinte an einer Klage allerdings wegen einer schlechten Haushaltslage nicht, betonten die Grünen, die mit 16 000 Euro für das Jahr 2021 rechnen.

Hintes Grünen sehen durchaus Aussichten auf Erfolg, weil die Bürgerinitiative bereits erreicht habe, dass ein Gericht die Genehmigungen für die erste bis dritte Linie der Verbrennungsanlage entzog. Für ungültig erklärt worden sei ebenfalls die Änderung der Pläne für die Nutzung des des Geländes für die vierte Linie.

Die Grünen in Krummhörn sowie der parteilose Krummhörner Ratsherr Johann Smid bemängeln Industrie-Emissionen aus Deljzijl ebenfalls schon seit langem. Grünen-Ratsherr Joachim Kah hat den Antrag auf Beteiligung an den Klagekosten an den Gemeinderat gestern bei der Verwaltung abgegeben. Vielleicht werde der Antrag schon am 2. Februar im Verwaltungsausschuss behandelt, hofft der Krummhörner.

Johann Smid wettert schon seit langem gegen Emissionen aus Delfzijl. Er hat in der Vergangenheit außerdem eine Messstation bei Campen gefordert, die bisher wegen der Kosten in Höhe von rund 60 000 Euro im Gemeinderat abgelehnt wurde. Die Emissionen würden durch den Wind so fein zerstäubt, dass sie kaum messbar seien.

In der Stadt Emden stießen die Grünen im Stadtrat auf kritische Stimmen, die Verwaltung lehnte im Dezember eine Beteiligung an einer Klage gegen die Erweiterung ab, wei die Aussichten auf Erfolg nur gering seien. Eine endgültige Entscheidung des Rates steht noch aus. Gespräche mit anderen Kommunen sollen geführt werden. Das wiederum bedauert der Krummhörner Grünen-Ratsherr Joachim Kah: „Wir wollten noch abwarten ob die Stadt Emden auch klagt. Dort kann man sich - wie auch in der Vergangenheit mit dem Kohlekraftwerk - nicht entscheiden. Vielleicht will man aber auch den Nachbarn nicht verärgern. Vielleicht braucht man bei Vorhaben auf der Knock auch einen gutgestimmten Nachbarn“, mutmaßt der Krummhörner.

In Norden will sich der Stadtrat bereits mit 3000 Euro an einer Beteiligung an den Kosten für eine Klage der Bürgerinitiative Saubere Luft beteiligen.

Das niederländische Untenehmen Energiy fom Waste Delfzijl (EEW) betreibt bei Deljzijl eine Müllverbrennungsanlage. Dort soll nun auch Klärschlamm verbrannt werden. Das Unternehmen EEW verbrennt jedes Jahr über eine halbe Million Abfall-, Gewerbe- und Hausmüll,darunter auch aus Großbritannien, um auf diese Weise Energie zu gewinnen.

Befürchtet werden von den Krikern gesundheitliche Risiken durch die Abgase aus der Verbrennungsanlage auch für die ostfriesischen Nachbargemeinden, die sich jenseits der Ems befinden.

Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich