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Pastorin Steffi Sander hat ein Buch verfasst Pandemie in wortreichen Gefühlen

„Quaranträne“ in einem Buch: Pastorin Steffi Sander.

„Quaranträne“ in einem Buch: Pastorin Steffi Sander.

Hinte - Die Lockdown-Zeiten der Corona-Pandemie haben Menschen viel abverlangt, die einen zur Verzweiflung gebracht, andere zu neuer Aktivität animiert. Hintes Pastorin Steffi Sander hat alle Seiten erlebt: die Belastung, die Not – und sie selbst hat die Isolation für Kreativität genutzt. Ganz im Stil der Hinternet-Botschaften verfasste sie Verse, die sich so feinfühlig wie treffsicher mit dem Seelenleben in Corona-Zeiten befassen. Einen Teil verschickte sie auch, die meisten aber hat sie gesammelt und jetzt als kleines Buch herausgegeben. Der kurze Titel fasst lange Geschichten zusammen: Quaranträne.

„Was macht Corona mit uns?“

„Wie leben wir Menschen in dieser Zeit? Was macht Corona mit uns?“ Das sind Fragen, denen die so rührige wie kreative Pastorin in dem Werk nachgeht. Das Leid der großen Leere, die nicht nur den Mitgliedern ihrer Kirchengemeinde zusetzte, sondern sie auch selbst getroffen hat, ist der rote Faden in den Versen und Geschichten. Auf der Rückseite des Schutzumschlags fasst ein Beitrag das Gefühl zusammen: „Stay home! Du bist allein. Mit Verlaub, wo solltest du auch hin? Alles, was du gerne hast: abgesagt! Alles andere auch. Findet nicht statt! Die Stadt wie leer gefegt. (...)“

Begonnen hat sie mit den Versen schon kurz nach dem Beginn des ersten Lockdowns. Es sei ihr ein persönliches Bedürfnis gewesen, erklärt Steffi Sander: „So wie andere Tagebuch schreiben, verfasse ich lyrische Sachen“. Ein Produkt ihrer Kreativität wurde bekanntlich das Hinternet: Ihr Kanal, mit dem sie seit dem Frühjahr 2020 ohne persönlichen Kontakt kirchliche Botschaften und Zuwendungen über WhatsApp an die Kirchengemeinde verbreitet, erregte weit über Hinte hinaus Aufsehen als ein neuer Weg zu den Gläubigen. Es sind mittlerweile über 400 Menschen, die ihre Beiträge in Wort, Bild und auch als Audio- oder Video-Datei empfangen. Auch viele Verse für Nacht- oder Morgengebete schickte die Pastorin – aber die meisten ihrer Einfälle sammelte sie nur in einem Rechner. Aus ihrer Familie sei dann der Anstoß gekommen, damit mehr zu machen: „Mein Mann und mein Sohn meinten, dass sie zu schade sind, um im Rechner liegen zu bleiben. Sie haben mich aufgefordert: Mach was draus!“

„Mit Krawumm und Krawall“

Über die vergangenen Herbstferien setzte sie das Vorhaben um – indem sie erst einmal einen weiteren Beitrag schrieb, eigens für das Buch: „Lauthals ist die Leisigkeit geboren“, heißen die Zeilen, die zusammenfassen, wie Corona zeitweise bis heute wirkt: „Mit Krawumm und Krawall / Mit Radau und Rabatz / Mit Pauken und Trompeten / Ist es still geworden. Bei dir. / Und bei mir.“ Herausgekommen ist eine Sammlung von 31 lyrischen Texten, in denen Seele weinen und Gott trösten darf, von ihr in typischer Manier mit dem Wortspiel „Theolyrik“ überschrieben. Ein Wortspiel ist auch der Buchtitel „Quaranträne“, in dem die Träne ganz bewusst vorkommt, denn Tränen seien wichtig, um Gefühl auszugleichen. Nur Menschen hätten Tränen, um Emotion auszudrücken, meint sie, „und Tränen fördern soziales Leben“. Ein bisschen passend zum Reformationstag sandte sie ihr Werk dann an „Books on Demand“ in Norderstedt, der es vor wenigen Tagen herausbrachte.

Die Resonanz einer Leserin gefällt Steffi Sander schon einmal: „Du hast so viele Gefühle und besondere Situationen der Pandemie durch deine Wortspiele so treffend beschrieben – die Texte kann man immer wieder lesen.“

Axel Pries
Axel Pries Ostfriesland-Redaktion/Leer
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