Hinte - Weniger Windkraftanlagen durch Repowering: Ein neuer Flächenplan wird von der Verwaltung vorbereitet. In der kommenden Ratssitzung soll der Rat die Änderung des Flächennutzungsplanes verabschieden. Unter dem Strich soll es durch Repowering weniger Anlagen als bisher geben. Wenn sie nicht im neuen Windpark-Gebiet stehen, dürfen sie nicht neugebaut werden. In Groß Midlum und Westerhusen/Cirkwehrum wird Repowering diskutiert, drei Anlagen sind beantragt.
Der Bau von 14 neuen einzelnen Windkraftanlagen in der Gemeinde Hinte nahe Canhusen hat 2014 zum Streit zwischen Gegnern und Befürwortern geführt. Es gibt einen Antragsstopp
Drei Anlagen befinden sich im Besitz der Gemeinde Hinte, drei beim Landkreis Aurich. Der Landkreis Aurich wurde wegen der Doppelrolle als Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde und Nutzer der Anlagen kritisiert.
Befürchtet wurde durch zu geringe Abstände von Wohnbebauungen von den Gegnern der Verlust des Ortsbildes, Lärm durch die Propeller sowie Wertverlust von Immobilien.
Inzwischen haben die Gegner eine Nachtabschaltung einiger Anlagen erreicht.
Hintes Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) sieht einen alten Streit zwischen Windpark-Befürwortern und -Gegnern befriedet. „Ich sehe die angestrebte Änderung sehr positiv. Unsere Planungen sind in der Endphase. Wir sind in konstruktiver politischer Abstimmung und werden in Kürze Träger und Öffentlichkeit informieren.“
30 Anlagen stehen bereits in Hinte. Mühlen in Groß Midlum, Westerhusen und Cirkwehrum fallen nach mehr als 20 Jahren aus der Förderung durch das Erneuerbare Energiegesetz (EEG) heraus. Ein Repowering. Die Flächen für Windkraftanlagen werden neu festgelegt, zwei bis drei Prozent sollen in den Gemeinden vorgehalten werden. Restflächen gibt es in Hinte, eine Konzentration ist erwünscht, drei neue Anlagen könnten noch gebaut werden.
700 Meter Abstand von Mühlen zur Wohnbebauung, 400 Meter zu Einzelgebäuden sowie auch Abstände zu geschützten Umweltbereichen sowie Flugschneisen von Flughäfen müssen berücksichtigt werden. Einfluss hat deshalb auch für den Flugplatz Emden auf die Pläne.
Während Andreas Weerda den von der SPD eingeschlagenen Weg politisch bestätigt sieht, zeigen sich die Freien Wähler grundsätzlich unversöhnlich.. Der Bau von Windkraftanlagen dürfe sich nicht auf den Norden beschränken, betont Gerhard Hoffmann (FLH). Er hatte 1999 schon gegen den Windpark der Gemeinde Einspruch eingelegt.
Jelto Arends und Gerhard Weidemann von den Grünen betonten, dass es mit diesen Flächennutzungsplan zwölf Windanlagen in Hinte nicht geben würde, weil sie in nicht bevorrechtigten Flächen stünden. Aus den Reihen der Bürgerinitiative „Weitblick Canhusen“ sei bereits zu hören, dass es die Bürgerinitiative möglicherweise gar nicht gäbe.
