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Inselbus vor dem Aus Pro-Bahn fordert neue Direktverbindungen von Oldenburg zur Küste

Guter Ausblick: Hunderttausende Urlauber strömen jedes Jahr an die Küste. Die Fähren nach Wangerooge (unser Bild), Spiekeroog und Langeoog sind ohne Auto schlecht zu erreichen – das soll sich ändern.

Guter Ausblick: Hunderttausende Urlauber strömen jedes Jahr an die Küste. Die Fähren nach Wangerooge (unser Bild), Spiekeroog und Langeoog sind ohne Auto schlecht zu erreichen – das soll sich ändern.

Tobias Frick

Ostfriesland/Wilhelmshaven - Wie erreichen Urlauber Fährhäfen wie Harlesiel, Neuharlingersiel oder Bensersiel ohne Auto? Die bestehenden Verbindungen mit Bahn und Bus sind aufgrund der mehrfachen Umstiege umständlich. In den vergangenen Jahren gab es wegen der Bauarbeiten auf der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven zumindest einen durchgehenden Inselbus von Oldenburg aus. Der fällt nach dem Ende der Bauarbeiten vergangenen Dezember ab diesem Jahr aber weg.

Konkurrenz Zug-Bus

Der Fahrgastverband Pro-Bahn begrüßt die Einstellung dieser Bus-Direktverbindung. Denn sinnvoller sei es, für bessere Zugverbindungen an die Küste zu kämpfen, heißt es in einer Reaktion von Montag auf die Berichterstattung unserer Redaktion zum Wegfall. Direkt-Busse ab Oldenburg zu den Fährhäfen für Wangerooge, Spiekeroog und Langeoog wären direkte Konkurrenz zu den vorhandenen Zugverbindungen. Pro-Bahn verweist auf die regelmäßigen Zugverbindungen zwischen Osnabrück und Wilhelmshaven und auf den Zug, der zum Bettenwechsel einmal in jede Richtung samstags zwischen Osnabrück und Esens verkehrt. „Hier wäre ein tägliches Angebot prüfenswert“, heißt es an die Adresse der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) in Hannover, die den Nahverkehr in Niedersachsen organisiert.

Esens geeignet für Umstieg

Der Umstieg in Esens vom Zug in den Bus am gleichen Bahnsteig sei deutlich bequemer als im Bahnhof Oldenburg, argumentiert Pro-Bahn. Dort seien längere Wege von den Gleisen zum Busbahnhof zurückzulegen. Pro-Bahn verweist zudem warnend auf die ausstehende Sanierung der Oldenburger Gleishalle. Der Umstieg werde „ab dem kommenden Jahr noch unbequemer, wenn die vierjährige Umbauphase der Bahnhofshalle beginnt“.

Pro-Bahn kritisiert, der Start der neuen umsteigefreien Verbindung von Hannover nach Wilhelmshaven verzögere sich erneut. Aufgrund von Lieferproblemen des Herstellers Alstom sei nun erst zwei Jahre später, zum Fahrplanwechsel 2025/2026, mit dieser deutlich komfortableren Verbindung zu rechnen. Völlig unbefriedigend ist für den Fahrgastverband außerdem die geplante, aber immer noch nicht funktionierende umsteigefreie Verbindung der S-Bahn Linie 3 von Bremen nach Wilhelmshaven. „Es gibt also viel Handlungsbedarf bei der LNVG und den politischen Entscheidungsträgern, hier neue Züge auf die Schiene zu bringen, sollte auch die Verkehrswende hierzu gelingen“, kritisiert der Regionalvorsitzende von Pro-Bahn Ems-Jade, Hans-Joachim Zschiesche.

Land prüft Streckenreaktivierung

Zukunftsmusik, aber im Blick der LNVG, ist eine Reaktivierung ehemaliger Bahnstrecken. Auf einer Liste von zwei Dutzend Strecken in Niedersachsen stehen die Verbindungen von Esens nach Bensersiel und von Norden über Dornum nach Esens. Diese Strecken an der Küste hätten auch aus touristischer Sicht Bedeutung. Der Bund berücksichtige mittlerweile die Reaktivierung solcher Strecken stärker. Eine Kosten-Nutzung-Betrachtung der rund zwei Dutzend Strecken werde zeigen, welche Relationen in die engere Auswahl kämen.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)
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