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Interview zum Küstenschutz Deichbau in der Krummhörn liegt im Zeitplan

Hamswehrum. Die Deicherhöhung in der Krummhörn vor Hamswehrum ist im Zeitplan. Im vergangenen Jahr wurden 400 Meter von ausgeschriebenen 1,1 Kilometern geschafft, außerdem seeseits 700 Meter Pflasterdeckwerk inklusive Teekabfuhrweg fertiggestellt. Das stellte Frank Rosenberg, Rendant der Deichacht, auf Nachfrage unserer Redaktion fest. In diesem Jahr werden die restlichen 400 Meter Pflasterdeckwerk inklusive Teekabfuhrweg und 700 Meter Deicherhöhung im Erdbau in Angriff genommen. Der Deichverteidigungsweg wird auf der gesamten Strecke von 1,1 Kilometern hergestellt.

Die Deicherhöhung bei Hamswehrum ist für 2020 abgeschlossen. In diesem Jahr geht es mit 700 Metern Deich in Richtung Leyhörn weiter. Wasser sucht sich den kürzesten Weg. Wäre das nicht diese Stelle im Deich?

Frank Rosenberg Die Frage nach dem kürzesten Weg für das Wasser stellt sich nicht. Die jetzigen Deichhöhen - im noch nicht erhöhten Bereich - betragen mindestens acht Meter über Normalnull. Der Deich wird auf 9,40 Meter erhöht.

Können im Frühjahr vor Hamswehrum schon wieder Schafe auf den neuen Deich aufgetrieben werden?

Frank Rosenberg Im Jahr 2019 wurde bereits ein 700 Meter langer Abschnitt zwischen Upleward und Hamswehrum fertiggestellt. Dieser Abschnitt wurde im Frühjahr 2020 angesät und kurz danach durch die Deichschäferei genutzt.

Die Schafe müssen ja ihrer Aufgabe für die Deichbefestigung nachkommen. Sie müssen den Boden schließlich mit ihren Hufen feststampfen.

Frank RosenbergDie Schafe kommen hier ihrer wichtigen Aufgabe für den Küstenschutz wieder nach. So werden wir auch mit dem diesjährigen Anschnitt auf der Länge von 400 Metern verfahren, so dass die Schafe frühzeitig im kommenden Jahr den „neuen“ Deich pflegen.

Was kostet es, einen Kilometer Deich zu erhöhen?

Frank RosenbergBei der aktuell laufenden Deicherhöhungsmaßnahme für 1,1 Kilometer in 2020/2021 belaufen sich die Gesamtkosten auf sieben Millionen Euro. Daraus ergeben sich rechnerische Gesamtkosten für einen Kilometer Deicherhöhung von rund 6,3 Millionen Euro. Inbegriffen sind der Deckwerksbau, Straßenbau, die Ingenieurleistungen und Kompensationsmaßnahmen.

Hat sich der Deichbau im Laufe der Jahrhunderte grundsätzlich verändert?

Frank RosenbergNatürlich. Alleine durch die Breite und Höhe eines heutigen Deiches. Es sind breitere Deiche, bei denen insbesondere die Seeseite des Deiches deutlich flacher gestaltet ist als vor 100 Jahren. Außerdem bestehen Deiche heute aus einem Sandkern mit Kleiabdeckung. Das sind mindestens 1,50 m auf der Wasserseite und mindestens ein Meter auf der Binnenseite. Frühere Deiche bestanden in der Regel ausschließlich aus Kleiboden.

Die Straßen und Wege nicht zu vergessen?

Frank RosenbergAuch die Ausstattung der Deiche mit befestigten Straßen auf beiden Seiten des Deiches ist eine Erkenntnis aus vergangenen Sturmflutkatastrophen. Mit den dringend notwendigen Deichzufahrtsstraßen zum Deich ist eine Erreichbarkeit des Deiches gewährleistet. Nicht zu vergessen der heutige Einsatz von leistungsstarken Maschinen im Deichbau, wo früher alles in Handarbeit geleistet werden musste.

Deichbau

Der Deich wurde in den 1970er Jahren auf einer Höhe von neun Metern über dem Normalhöhennull gebaut, bis 1992 Normalnull. Sie bezeichnet als feste Größe einen Festpunkt an der Kirche Wallenhorst im Landkreis Osnabrück.

Durch Setzungen und Sackungen ist der Deich vor Hamswehrums Küste heute allerdings rund 1,50 Meter niedriger. Diese Absackung wird von der Deichacht wieder angehoben.

Um den Deich für die nächsten Jahrzehnte und drohende Sturmfluten fit zu machen, wird er auf eine Höhe von 9,40 Meter über Normalhöhennull verstärkt.

Für die ganze Deichlinie (12,2 Kilometer) von Campen bis Leyhörn ist eine Bauzeit von zwölf bis 14 Jahren eingeplant. Die Kosten hierfür belaufen sich auf etwa 50 Millionen Euro. Es gibt vier Bauabschnitte auf der Deichstrecke.

19 Millionen Euro kostet allein die Erhöhung des zweiten Bauabschnitts von Upleward bis Manslagt. Das alte Deckwerk am Deichfuß wurde auf 400 Metern Länge ebenfalls erneuert. Es wurde um 1,50 Meter angehoben und mit besonderen Steinen gepflastert, damit es an den neuen Deichkern anschließt. Eine Entwässerung wird am Fuß des Deckwerks angelegt, die nach Fluten oder starkem Regen wichtig ist. Ein betonierter, ein Meter tiefer Wasserschacht dient auch als Wellenbrecher. Der Deich besteht aus einem Sandkern und einer Kleiabdeckung. Für den Deichkern wurden 260 000 Kubikmeter Sand benötigt. Für die Abdeckung wurden 220 000 Kubikmeter Klei aufgefahren.

Wie lange hält ein Deich, der in moderner Deichbauweise erstellt wurde?

Frank RosenbergDie Deichverbände betreiben gemeinsam mit dem Land Niedersachsen und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) einen „vorbeugenden“ Küstenschutz. Es wird also im Küstenschutz vorausplanend agiert. Ein heute neu gebauter und auch erhöhter Deich sollte mindestens für die nächsten 70 Jahre „halten“.

Wird dabei ein oft prognostizierter Anstieg des Meeresspiegels berücksichtig?

Frank RosenbergDeiche werden heute so gebaut, dass Nacherhöhungen, aufgrund des Meeresspiegelanstiegs, jederzeit möglich sind. Dabei müssen Grundform und Abmessungen, etwa die Breite, nicht in Gänze verändert werden.

Darf der Deichfuß touristisch von Wanderern und Radfahrern genutzt werden?

Frank RosenbergDie binnenseitigen Deichverteidigungswege im Bereich der Deichacht Krummhörn sind größtenteils als Radwanderwege ausgewiesen. Hierzu gibt es bezüglich der Verkehrssicherungspflicht Vereinbarungen mit dem Landkreis Aurich und der Stadt Emden, welche die Verkehrssicherungspflicht übernehmen. Eine Nutzung der Deiche auf den befestigten Wegen von Fußgängern und Radfahrern ist nicht verboten.

Zur Person

Frank Rosenberg (45) ist seit dem 1. Oktober 2000 Rendant bei der Deichacht Krummhörn. Er wohnt in Pewsum, ist verheiratet.

Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich
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