Ostfriesland - Der Herr auf dem Markt sah mich misstrauisch an. Er musterte mich fast bösartig am Käsestand in Norden. Mir wurde ganz anders.

Er zögerte erst, aber dann sprach er mich an.

„Das hätte ich nicht von Ihnen gedacht, Herr Wolf. Ich war ja mal Ihr Fan, habe alle Bücher verschlungen. Das ist jetzt vorbei.“

Er sah so wütend aus, dass mir klar war, es ging wohl kaum um meine Bücher. Trotzdem fragte ich: „Was ist passiert, hat ihnen mein letzter Roman nicht gefallen?“

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Er machte eine abweisende Handbewegung. „Meine Schwester hat mir alles erzählt. Dass Sie so etwas nötig haben!? Verdienen Sie mit Ihren Büchern nicht genug? Sie sollten sich was schämen!“

Ich lud den Mann zu einem Kaffee ein, um mehr zu erfahren. Er ließ den Kaffee kalt werden und erzählte aufgeregt, seine Schwester, die mir auf Instagram folgt, hätte von mir eine Nachricht erhalten, es gäbe neben meiner offiziellen Seite für Fans noch eine andere, auf der auch private Dinge ausgetauscht werden könnten.

Ich kontrollierte das sofort mit meinem Handy und siehe da: Die Seite gab es tatsächlich. Nur habe ich nichts damit zu tun. Sie wurde mit einem geklauten Foto von mir betrieben. Da gab sich jemand als Klaus-Peter Wolf aus und versuchte, weibliche Fans von mir zu kontakten.

Das geschieht nicht zum ersten Mal.

Der Identitätsklau ist auch auf anderen Seiten im Internet, wie Facebook, schon mehrfach versucht worden. Natürlich bitte ich meine Fans nicht um intime Fotos und will mir auch bestimmt kein Geld von ihnen leihen.

Wenn ich die Seiten melde, werden sie rasch abgeschaltet. Aber kurze Zeit später sind sie auch schon wieder da. Die Fotos stiehlt man von meiner Homepage.

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Klaus-Peter Wolf Ostfriesland

Eine Leserin, die mich zum Glück vorher anrief, war schon bereit, mir Geld zu leihen, als es ihr dann komisch vorkam, dass jemand, der 13 Millionen Bücher verkauft hat, in Not ist.

Ich bin ziemlich sauer auf diese Typen und man kann sie gar nicht so leicht vor Gericht zerren. Der Datenschutz macht es schwer. Immer wieder muss mein Anwalt auch Forderungen abwehren, weil Leute unter meinem Namen Sachen bestellen. Ich habe mit einigen anderen Künstlern darüber gesprochen. Viele sind von diesem dreisten Identitätsklau betroffen.

Ein ostfriesischer Freund sagte dazu: „Weißt du, Klaus-Peter, bei uns lassen viele Menschen ihre Haustür unverschlossen. Man traut seinen Nachbarn. Aber ich stell mir gerade vor, man kommt vom Einkaufen zurück und da sitzen Gäste in der Küche, die man gar nicht kennt, und machen sich gerade Brote. Wer würde die nicht rausschmeißen?“