Ostfriesland - Immer wenn eine Romanverfilmung vorbereitet wird, führe ich vorher das Schiwago-Team zu den mir wichtigen Schauplätzen. Ich zeige ihnen „mein Ostfriesland“. Wir diskutieren die Romanvorlage und überlegen gemeinsam, was im Film möglich ist.
Die erste Besprechung findet meist im Café ten Cate in Norden statt. Auch der Chef, Konditormeister Jörg Tapper, nimmt regelmäßig daran teil.
Er hat schon so manchem Regisseur gezeigt, wie man Teetrinken richtig zelebriert.
Von dort ging die Reise diesmal nach Langeoog.
Der Filmproduzent Martin Lehwald war dabei, die Produktionsleiterin Christa Lasse, die Regisseurin Katrin Schmidt, die Producerin Jamak Zandbaf und der Szenenbildner Jörg Prinz. Auf der Fähre und in der bunten Inselbahn wurden alle auf die Nordseeatmosphäre eingestimmt.
Szenen auf einer autofreien Insel zu drehen, bedeutet für ein Team, das meist mit zwölf LKW voller Equipment anreist, eine Herausforderung.
Wir erkundeten meine Schauplätze auf Langeoog mit dem Fahrrad.
Das Wetter spielte mit.
Bettina Göschl, mit deren Summen die Filme immer beginnen, übernahm die Führung. Wir sahen uns mögliche Häuser an. Das Anna-See-Gebäude in der Barkhausenstrasse und das Lale-Andersen-Haus.
Wir radelten durch das wunderschöne Pirolatal zur Melkhorndüne. Natürlich musste die Crew mit uns zum Flinthörn. Es ging um Urgewalten und den Wechsel der Gezeiten.
Am Hafen bekamen wir von der vielen Strampelei Hunger.
In der Kajüte am Hafen kehrten wir ein.
Rasch stellten wir zwei Tische zusammen, um gemeinsam sitzen und reden zu können. Dabei genossen wir den Blick aufs Meer. Doch rasch wurden wir zurechtgewiesen, das gehe nicht. Alles müsse genauso stehen bleiben, wie es war.
Wir durften auch keinen zusätzlichen Stuhl an unseren Tisch stellen.
Ich hielt das für einen Scherz und fragte erstaunt nach dem Grund.
Der kam auch schon hereingefahren.
Ein Roboter bediente die Gäste. Der war aber nicht so intelligent wie er aussah, sondern er funktionierte nur, wenn alles genauso blieb, wie es war. Roboter, scheint mir, sind Spießer.
Bevor er an unseren Tisch rollte, beobachtete ich amüsiert eine Begegnung zwischen Roboter und einem schlafendem Hund.
Die Kellnerin musste einschreiten.
Der Roboter bediente uns auch nicht wie versprochen, sondern er transportierte nur die Waren. Den Rest musste die Servicekraft erledigen.
Der Roboter hieß Rollo und mochte weder Hunde noch mich.
Wir fuhren dann ins traditionelle Café Leiß, das mir jetzt noch ursprünglicher und gemütlicher vorkam als sonst. Mit einem richtigen Kellner.
