Ostfriesland - Ein Filmteam wollte mich in Norden besuchen, um ein paar der real existierenden Personen vorzustellen, deren Leben ich in meinen Romanen fiktionalisiert habe. Dabei sollte die Schönheit Ostfrieslands – speziell der Stadt Norden – gezeigt werden. Sonniges Wetter war angekündigt. Da lässt sich die Stadt gut in Szene setzen, dachte ich und schlug vor, mit einem Dreh am Markt vor dem Rathaus zu beginnen. Wir könnten dort den Bürgermeister Florian Eiben abholen.
Bei einem Spaziergang vorbei an den „Dree Süsters“, der alten Polizei und der Schwanenapotheke bis zum Café ten Cate sollte er gefilmt werden, während ich aus dem Off eine Stelle im Roman vorlese, in denen er eine Rolle spielt. Bei ten Cate wollte ich dann draußen an einem Tisch sitzen, mit ihm Kaffee oder Tee trinken und über Roman und Wirklichkeit reden. So bekämen die Zuschauer ein paar schöne historische Gebäude zu sehen und die beeindruckende Architektur könnte unaufdringlich in Szene gesetzt werden.
Der Fernsehjournalistin Grit Gadow gefiel der Gedanke.
Florian Eiben war bereit, mitzuspielen. Aber John Lennon sagte: „Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu machen.“ Mein ostfriesischer Onkel Warfsmann drückte es anders aus: „Die Nordsee kümmert sich nicht um den Wetterbericht und der Wind hält sich nicht an Absprachen.“
So flanierten wir also bei Nieselregen zu meinem Lieblingscafé und saßen drinnen. Es war warm und schön gemütlich. Jörg Tapper servierte uns Leckereien und Tee. Grit Gadow wollte wissen, ob Florian Eiben eine Bedingung daran geknüpft habe, als er von mir gefragt wurde, ob ich ihn zur Romanfigur machen könnte. Er antwortete: „Ich habe Klaus-Peter gebeten, meine Sekretärin den Kriminalfall überleben zu lassen.“
Genauso war es. Ich habe ihm sogar zugesichert, dass er selbst es überlebt. Er ermahnte mich dann noch, in Norden keine historischen Gebäude zu sprengen… Auch das habe ich versprochen.
Die Gäste im Café fühlten sich durch das Filmteam nicht belästigt, obwohl sie manchmal irgendwo nicht durch konnten oder gebeten wurden, mal den Sitzplatz zu wechseln. Einige blieben länger als sie vorgehabt hatten, holten sich Autogramme und machten Fotos. Das Café wurde zum Filmstudio und die Gäste waren mittendrin. Jemand nannte es Erlebnisgastronomie.
Zu den echten „Norder Filmstudios“, das Gebäude des ehemaligen Möbelhauses Pflüger, fuhren wir dann natürlich auch. Dort wurde Holger Bloem interviewt, dem ich als Figur meiner Bücher schon Schlimmes angetan habe. Er wurde schon von einem Serienkiller entführt und in „Ostfriesengier“ wird er sogar verhaftet.
Wir sind immer noch Freunde. Wie schön!
