Ostfriesland - Die Museumseisenbahn in Norden wird von vielen geliebt. Man nennt sie auch Küsteneisenbahn Ostfriesland. Der gemeinnützige Verein bemüht sich, das Teilstück der historischen Küstenbahn zwischen der ehemaligen Kreisstadt Norden und der Gemeinde Dornum zu erhalten. Es gibt ein kleines Küstenbahn Museum. Alles absolut sympathisch und sehenswert, gerade in Zeiten, in denen ganz neu übers Reisen nachgedacht wird.
Nun steht der Verein vor finanziellen Problemen. Alles geht sowieso nur durch viel ehrenamtliche Arbeit. Ich bin mal mitgefahren, 17 Kilometer über Hage nach Dornum. Krimi-Lesungen in den zauberhaften Waggons hat es auch schon gegeben.
Nun, da der Verein Geld braucht, wurde ein großes Fest im Lokschuppen organisiert. Zwei Musikgruppen machten mit: Scotland & Moor Pipes & Drums und der Musikzug Großheide.
Bettina Göschl und ich wurden gefragt, ob wir Lust hätten, mit einer Signierstunde und einem Auftritt dabei zu sein. Klar, hatten wir, zumal ich immer vermute, dass es bei solchen Festen selbstgemachte Köstlichkeiten gibt. Und genauso war es auch.
In den kleinen Personenwaggons, auch Donnerbüchsen genannt, fühlt man sich gleich in der Zeit zurückversetzt. Die Holzsitze sind erstaunlich bequem. Als Bettina Göschl auftrat, wurde es bedenklich voll. Längst nicht alle Eltern und Kinder fanden Platz. So viele Kinder konnten ihre Lieder mitsingen, es war rührend.
Bei der anschließenden Signierstunde bildeten sich lange Schlangen. Es war ein schöner, ein guter Tag.
Aber natürlich wurden wir gleich wieder angefeindet. Das ist eine Erfahrung, die alle Künstler machen, die sich öffentlich für etwas einsetzen. In den sozialen Medien fallen Nörgler über sie her. Meist Leute die nicht einmal auf Facebook ein Gesicht haben.
Wenn ich - zum Beispiel - fürs Hospiz Aktionen mache und Geld sammle, werde ich immer von Leuten, die ein schlechtes Gewissen haben, weil sie selbst nix tun, angegriffen. Sie belehren mich öffentlich und fordern mich auf, ich dürfe ja gerne Gutes zu tun, aber bitte still und leise.
Das ist natürlich dummes Zeug. Es geht ja gerade darum, meine und auch Bettinas Popularität zu nutzen, um eine Sache voranzubringen. Darum werden wir oft gebeten und wo wir es sinnvoll finden und noch einen Rest Energie haben, da machen wir es auch. Und sofort werden wir verdächtigt, das aus unlauteren Motiven zu tun.
Wer sich engagiert, muss mit rüden Anfeindungen leben. Damit heischen einige Frustrierte um Aufmerksamkeit. Würden solche Leute diese Energie investieren, um etwas Gutes zu tun, sähe die Welt gleich viel freundlicher aus.
