Kreis Aurich - An diesem Montag fangen noch nicht die Weihnachtsfeiern an und dennoch bleiben viele Kinder und Jugendliche heute zuhause. Denn aufgrund der Corona-Lage wurde die Präsenzpflicht an Niedersachsens Schulen bis Weihnachten aufgehoben. Das macht sich auch in den Schulen im Landkreis Aurich bemerkbar. Viele Stühle bleiben am Anfang der Woche leer. So auch in der Oberschule in Norden, berichtet Schulleiter Nico Rettcher. „Mehr als die Hälfte unserer Schüler ist nicht da.“ Dies stelle den geplanten Unterricht vor Herausforderungen. „Das bedeutet, dass bei uns die Arbeiten nicht geschrieben werden und auf einen anderen Tag verlegt werden“, erklärt Rettcher. Dennoch versuche die Schule, den Unterricht so gut wie möglich weiter nach Stundenplan zu gestalten.
Mehr als die Hälfte der Schüler des Ulrichsgymnasiums fehlt
Die Zahlen der anwesenden Schüler auf dem Ulrichsgymnasium in Norden sieht ebenfalls überschaubar aus. Nur 517 haben sich am Montag in den Klassenräumen eingefunden. Das hört sich erstmal viel an. Jedoch sind im Gegensatz dazu 766 Schüler nicht erschienen. Schulleiter Wolfgang Grätz hat dafür durchaus Verständnis. „Obwohl hier in der Schule noch kein Fall nachgewiesen wurde, wo ein Schüler einen anderen angesteckt hat, sind viele Eltern durch die Omikron-Variante vorsichtig geworden.“ Er rechnet damit, dass sich in den kommenden Tagen weitere Anträge auf seinem Schreibtisch einfinden, in denen Eltern von der ausgesetzten Präsenzpflicht Gebrauch machen. Vor allem, „da wir in den Unterrichtstagen nicht mehr dem Lehrplan gemäß folgen, sondern fachlich dazu passende Themen behandeln“. So soll gewährleistet werden, dass die Schüler, die nun zuhause sind, nichts verpassen. „Die Eltern sollen keine Gewissensbisse haben, diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen. Und die Schüleranzahl zeigt auch, dass sie es nicht haben.“
90 Prozent der Schüler sind im Ulricianum anwesend
Auch in der größten Schule des Landkreises, dem Ulricianum in Aurich, fehlen Schüler. Jedoch längst nicht so viele wie in Norden. Schulleiter Rüdiger Musolf sprach auf NWZ-Anfrage davon, dass etwa 200 der rund 2000 Schüler am Montag nicht da gewesen seien - also zehn Prozent. Die Verteilung auf die verschiedenen Klassen sei dabei aber sehr unterschiedlich. Während in einigen Klassen fast alle da sind oder nur ein oder zwei Schüler fehlen, gibt es andere, wo nur noch drei, vier Schüler überhaupt da sind. Durch die Möglichkeit, die eigenen Kinder von der Präsenzpflicht befreien zu lassen, mussten mehr als 20 Klassenarbeiten entfallen. Diese werden zum Teil ersatzlos gestrichen, zum Teil im Januar nachgeholt. Und es findet in den allermeisten Klassen auch „ganz normaler Unterricht statt“, wie Musolf sagte. Die Schüler, die zuhause geblieben sind, müssen den Stoff nachholen.
Kaum Gebrauch machten Eltern auf Norderney von der Möglichkeit, ihre Kinder von der Präsenzpflicht befreien zu lassen. Nur etwa zehn Kinder sind daheim geblieben von rund 158 Schülern.
