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Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Krummhörn Jacobsen wittert Faulspiel

Bei den Erschließungsarbeiten zum neuen Baugebiet Greetsieler Grachten II geht es sichtbar voran. Auch die Vergabe der Grundstücke läuft.

Bei den Erschließungsarbeiten zum neuen Baugebiet Greetsieler Grachten II geht es sichtbar voran. Auch die Vergabe der Grundstücke läuft.

Krummhörn - Faulspiel im Wahlkampf: So wertet Greetsiels Ortsvorsteher und SPD-Bürgermeisterkandidat Alfred Jacobsen den jüngst in Greetsiel verteilten Infobrief. Darin wird die Vergabe der 42 vergünstigten Baugrundstücke für das Baugebiet Grachten II kritisiert. Als Verfasser benennt der Infobrief die Ratsherrn Helmut Roß (HaRo), Roelf Odens (CDU), Reiner Willms (SWK) und Enno Cornelius (KLG). Roß und Odens hatten die Echtheit des Schreibens gegenüber dieser Zeitung bereits bestätigt.

Unter anderem ist in dem Infobrief die Rede von „einem älteren Ehepaar“ mit vier Eigentumswohnungen im Ortskern, das sich um ein Grundstück beworben habe. „Damit meinen die mich“, ist sich Jacobsen sicher. Tatsächlich habe er sich für ein Grundstück beworben und habe auch eine ausreichende Zahl an Punkten im Vergabesystem erhalten. Jacobsen selbst ist als Ortsvorsteher ehrenamtlich aktiv, er wohnt in der Krummhörn, seine Frau hat in der Gemeinde ihren Arbeitsplatz. Odens und Roß als Verfasser hatten auf Nachfrage offen gelassen, ob sie tatsächlich Jacobsen meinten.

Keinem Jüngeren Platz weggenommen

Jacobsen wehrt sich aber gegen die Vorstellung, seine Bewerbung habe einem jüngeren Interessierten den Bauplatz verwehrt. Tatsächlich sei keinem Bewerber, der die notwendige Punktezahl erreichen konnte, abgesagt worden, sagte der Greetsieler am Freitag in einem Pressegespräch. Zudem seien im Vorfeld bereits alle Bewerber, die ihren Wohnsitz bereits fünf Jahre in der Krummhörn haben und über kein Wohneigentum verfügen, mit einem vergünstigten Grundstück bedacht worden.

Es seien sogar einige Bauplätze übrig geblieben. Ihm nun vorzuwerfen, dass er sich um ein Baugrundstück beworben habe, finde er unfair. „Ich möchte nicht schlechter behandelt werden als alle anderen Bewerber“, so der Ortsvorsteher. Schließlich habe er in seiner Funktion auch erheblich an der Realisierung des insgesamt rund 110 Plätze umfassenden Baugebiets mitgewirkt.

Jacobsen schlug vor, dass von den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses (VA) seine Bewerbungsunterlagen noch einmal auf Rechtmäßigkeit geprüft werden könnten. Alle vier Infobrief-Verfasser haben Plätze im VA. Sollte der Überprüfung nichts entgegen stehen, dann wollen er und seine Frau an ihren bisherigen Plänen festhalten, ihr Haus inklusive dreier Ferienwohnungen im Ortskern zu verkaufen und ins Neubaugebiet zu ziehen. Dort will Jacobsen einen altersgerechteren Wohnsitz beziehen, „der dann auch barrierefrei ist.“ Schließlich wollten auch er und seine Frau für ihr Alter vorsorgen und im Alter in ihrer Ortschaft wohnen bleiben können. Das sei in der jetzigen Immobilie kaum zu leisten. Sollte der Umzug so nicht möglich sein, kündigte Jacobsen an, in den benachbarten Ort Pilsum zu ziehen.

Verwaltung weist Kritik von sich

Unterdessen weist die Verwaltung alle Bedenken über eine nicht rechtmäßige Vergabe der Baugrundstücke von sich. In einer bereits am Mittwoch für Freitag angekündigten Stellungnahme teilte Krummhörns amtierender Bürgermeister Frank Baumann (SPD) mit, dass „die Verwaltung sauber und tadellos nach den Vorgaben des Gemeinderates gearbeitet“ habe. Das sei auch in der nichtöffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses am Donnerstagabend von der Politik nicht infrage gestellt worden. Tatsächlich seien von den bisher 28 Käufern für die 42 Grundstücke 24 Interessenten unter 40 Jahre alt, vier älter als 50 Jahre. Mit einem Durchschnittsalter der Käufer von 30 Jahren sei das Ziel „widerspruchslos erreicht“ worden, so der Gemeindechef. Davon wollten sich die Politiker nun ein eigenes Bild machen, so die Verwaltung. Jacobsens Vorschlag dürfte also umgesetzt werden.

Peter Saathoff
Peter Saathoff Emder Zeitung
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