Krummhörn - Es war 18.06 Uhr, als am Donnerstagabend Krummhörns neue Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) ihre Vereidigung hinter sich hatte – und ans Rednerpult trat. Ratsherr Theodor Cirksena (SPD) als ältestes Mitglied des Gemeinderates hatte der Bürgermeisterin zuvor den Eid abgenommen. Hilke Looden ergänzte den Pflichtteil, um den „so war mir Gott helfe“-Zusatz.

Danach wandte sich die Greetsielerin erstmals an ihren Gemeinderat und stellte eine Forderung an den mitunter streitlustigen Gemeinderat. Denn der müsse, so die Verwaltungschefin, zukünftig kompromissbereiter agieren, damit ein „für alle gangbarer Weg“ beschritten werden könne. Der Kompromiss habe einen zu Unrecht schlechten Ruf, findet Looden. Dabei sei der Rückschritt von Maximalforderungen ein natürlicher Weg in der Politik.

Der Politik helfen werde die Verwaltung so gut es gehe, damit der Gemeinderat zu fundierten, sachlichen Entscheidungsfindungen käme. Dafür warb sie gegenüber den 28 Abgeordneten um Vertrauen in die Verwaltung, aber auch um Vertrauen in die anderen Gemeinderatsmitglieder. Gleichzeitig, so mahnte Looden, sei sie zwar harmoniebedürftig, „aber nicht harmoniesüchtig“. Sie werde vor Diskussionen in der Sache nicht zurückschrecken und ihre Position vertreten.

Ratsherr Theodor Cirksena hatte zuvor ebenfalls den Kompromiss gelobt. Es gebe unterschiedliche Wege, Ziele zu erreichen, so das älteste Ratsmitglied. Der Bürgermeisterin fiele die Rolle einer Mediatorin zu, die die unterschiedlichen Interessen miteinander in Einklang bringen könne.

Peter Saathoff
Peter Saathoff Emder Zeitung