Landkreis Leer - Hunderte von Rasern gehen Polizei, Stadt und Landkreis Jahr für Jahr ins Netz. Mal durch die stationären Blitzer in Klostermoor an der Groenewoldstraße und in Neudorf an der Wiesmoorer Straße, mal durch mobile Messgeräte, die sich dort platzieren lassen, wo Autofahrer gern Gas geben.
Gefahrenschwerpunkte
Dabei ist die Auswahl der Standorte nicht wahllos. „Die Messungen der Polizei werden an Orten durchgeführt, die ein erhöhtes Gefahrenpotential aufweisen“, erläutert Svenia Temmen auf Anfrage unserer Redaktion. Die Polizeihauptkommissarin ist Pressesprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden und weiß zu berichten, dass die Beamten auch nach gezielte Hinweisen Messgeräte aufstellen.
„Immer wieder im Fokus und Ziel von Messungen ist zum Beispiel die Landesstraße 30 in Rhauderfehn/Burlage. Diese Strecke ist besonders bei Motorradfahrern, aber auch bei Autofahrern beliebt, die gerne Kurven fahren“, beschreibt die Polizeihauptkommissarin. Und obwohl die Geschwindigkeit dort bereits vor Jahren reduziert worden sei, würden Auto- und Motorradfahrer dort noch immer sehr gern schnell fahren. Doch auch vor Schulen und Kindergärten wird geblitzt, ebenso bei Autobahnbaustellen, die ein Unfallrisiko bergen.
Bilanz
Unterm Strich mussten erwischte Raser aufgrund der Messungen von Polizei, Landkreis und Stadt Leer in 2020 etwas mehr als 1,5 Millionen Euro zahlen – rund eine halbe Million weniger als 2019, wie die Pressestelle des Landkreises Leer mitteilte. Doch daraus lässt sich kein Trend zu einer nun gemäßigteren Fahrweise der Raser ableiten. Es war schlicht die Corona-Pandemie, die für weniger Verkehr und damit für weniger Raser auf den Straßen sorgte, wie aus dem Fazit der Behörden deutlich wird.
Trend 2021
Und wie entwickelt sich 2021? Die bisherige Erfahrung lässt die Polizei-Pressestelle vermuten, dass die Zahlen wieder steigen werden. „War der Straßenverkehr durch den erneuerten Lockdown zu Jahresbeginn noch relativ ruhig, haben die Zahlen derzeit eine Tendenz nach oben und liegen zum Halbjahr über dem Jahresmittel von 2020“, so Polizeisprecherin Svenia Temmen.
Seitens der Kreisbehörde wurden bislang 7790 Geschwindigkeitsübertretungen bearbeitet, davon waren 5825 Verwarngelder und 1965 Bußgelder. Diese führten laut Philipp Koenen, Pressesprecher des Landkreises Leer, zu Einnahmen in Höhe von 370.181,50 Euro. „Damit liegen die Fallzahlen etwas unter den Vorjahreszahlen, die Einnahmen bewegen sich wegen der Bußgelderhöhung im letzten Jahr aber auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr.“
Investitionen
Die Buß- und Verwarngelder durch Geschwindigkeitsmessungen des Landkreises und der Polizei verbleiben laut Kreis-Sprecher Koenen übrigens vollständig im Kreishaushalt, die durch Geschwindigkeitsmessungen der Stadt Leer werden zur Hälfte an die Stadt abgeführt. Der Landkreis etwa verwendet das Geld für den Bau und die Unterhaltung von Kreisstraßen, aber auch Fahrsicherheitstraining oder etwa für die Anschaffung von Wildwarnreflektoren.
