Landkreis Leer - Die öffentliche Wahrnehmung für das Niederdeutsche stärken und Plattdeutsch an den Schulen voranbringen: Darin sehen die Plattdeutschbeauftragten Jan-Martin Donker und Artur Reents ihre Aufgaben. Während Reents bereits seit 2009 als Plattdeutschbeauftragter beim Landkreis Leer tätig ist, ist Donker nach mehrjähriger Tätigkeit als Plattdeutschbeauftragter der Gemeinde Bunde erst seit kurzem beim Landkreis im Amt. Die Nordwest-Zeitung hat mit beiden über ihre Motivation gesprochen, diese Tätigkeit auszuüben, und wie sie sich ihre Aufgaben zukünftig aufteilen wollen.
„Ich habe in Bunde damals meine Ausbildung gemacht und bin über meinen damaligen Lehrmeister an das Plattdeutsche rangekommen. Das hat mir so gut gefallen, dass ich dann angefangen habe, plattdeutsches Theater zu spielen“, erinnerte sich Donker im NWZ-Gespräch. „Irgendwann ist dann die Gemeinde auf mich zugekommen und fragte, ob ich mir nicht vorstellen könne, Plattdeutschbeauftragter zu werden.“ Gesagt, getan: Zunächst war Donker bei der Gemeinde Bunde tätig, jetzt arbeitet er beim Landkreis Leer gemeinsam mit Artur Reents zusammen. Ihre Tätigkeit ist nebenamtlich. Sie tun dies aus Interesse und Liebe am Niederdeutschen. So argumentiert auch Reents, wenn er gefragt wird, warum er die Tätigkeit als Plattdeutschbeauftragter aufgenommen hat: „Es ist meine Muttersprache. Niederdeutsch gehört einfach zu uns, es ist ein Stück Kultur.“
Bis jetzt konnten die Plattdeutschenbeauftragten des Landkreises Leer, aber auch in ganz Ostfriesland, bereits einige Projekte umsetzen, wobei die Aufgaben im Laufe der Jahre auch stetig gewachsen seien, machten Donker und Reents im Gespräch deutlich. Unter anderem wurde bis jetzt der „Plattdüütskmaant September“ eingeführt, bei dem Geschäfte aufgerufen sind, mit ihren Kunden und Mitarbeitern Plattdeutsch zu sprechen, mit der Firma Bünting wurden im Rahmen einer Aktion 12500 Tee-Dosen auf den Markt gebracht, die Plattdeutsch beschriftet waren und für Schulen wurden Bücherkisten herausgegeben, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.
Zukünftig wird sich Donker bei seiner Tätigkeit auf den Bereich Bildung und Öffentlichkeitsarbeit konzentrieren, Reents wird sich dann auf einen Erlass des Landes Niedersachsen aus dem Jahr 2017 konzentrieren. Darin heißt es, dass Plattdeutsch Pflichtfach an den Schulen werden soll. „Stichjahr war eigentlich 2022, aber ich denke, dass es erst 2023 soweit sein könnte“, sagte Reents. Er ist dabei Teil einer Arbeitsgemeinschaft, die sich damit beschäftigt, diesen Erlass in die Tat umzusetzen. „Wir unterstützen uns natürlich gegenseitig und arbeiten Hand in Hand“, so die beiden Plattdeutschbeauftragten.
