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Landwirte beklagen Fraßschäden Gänse-Problem in Ostfriesland verschärft sich

Imke Cirksena

Ostfriesland - Fraßschäden durch Gänse werden in Ostfriesland zunehmend zum Problem. „Die Bestände der letzten Jahre sind stark angestiegen“, meint Klaus Borde, Kreisvorsitzender des Landwirtschaftlichen Hauptvereins (LHV) in Leer. Besonders betroffen sind beispielsweise das Rheiderland oder auch das Gebiet um das Große Meer in Südbrookmerland.

Warum sind Gänse ein Problem?

Die Gänse halten sich in großen Gruppen auf Grünflächen auf und fressen dort den Beschnitt, der eigentlich als Futter für Rinder gedacht ist. „Das Futter muss dann wieder zugekauft werden“, erklärt Borde, „da kommt je nach Größe des Betriebs schnell mal eine fünfstellige Summe zusammen.“ Das würden Landwirte auf Dauer nicht in jedem Jahr aushalten. Hinzu kommt, dass die Gänse auf Ackerflächen auch Trittschäden hinterlassen.

Warum verschärft sich das Problem?

Neben den steigenden Beständen bleiben die Tiere auch immer länger in Ostfriesland. Sogenannte Sommergänse brüten laut Borde mittlerweile auch hier und bleiben bis Ende Mai. Auch Bläss- und Nonnengänse gibt es mittlerweile, das war früher nicht der Fall.

Warum sind immer die gleichen Gebiete betroffen?

Gänse kehren stets zu einem bestimmten Gebiet zurück. Erst wenn die Population dort so groß geworden ist, dass die Tiere nicht mehr ausreichend Futter finden, breiten sie ihr Gebiet aus.

Welche Entschädigungen gibt es für Landwirte?

Über Agrarschutzmaßnahmen können Landwirte in manchen Gebieten für die Einhaltung von Auflagen Prämien erhalten. Die Höhe hängt dabei von der Fläche ab. Bei besonders stark betroffenen Flächen kann zudem eine Chefkommission über Entschädigungen beraten. Allerdings gibt es die Agrarschutzmaßnahmen und damit verbundenen Prämien nicht überall, wie Borde erklärt. Manche Landwirte gehen deshalb auch leer aus.

Dürfen Gänse gejagt oder vertrieben werden?

Zu bestimmten Jagdzeiten dürfen die Gänse zwar gejagt werden, allerdings nicht von März bis Mai, wie Borde erläutert. Gerade in dieser Zeit sorgen die Tiere aber für Schäden. Außerhalb von Schutzgebieten dürfen die Gänse auch vergrämt werden. Dafür werde beispielsweise mit Fahrzeugen über die Flächen gefahren, um die Vögel aufzuscheuchen, oder Knaller eingesetzt. „Da ist aber schnell ein Gewöhnungseffekt da“, merkt Borde an. Die Gänse würden nach kürzester Zeit die Fahrzeuge wieder erkennen oder sich an Lärm gewöhnen.

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