Georgsheil - 2021 feiert das Werk des Autoteilezulieferers Linde und Wiemann in Georgsheil (Gemeinde Südbrookmerland) sein 25-jähriges Jubiläum. Doch zu Feiern dürfte den Mitarbeitern dann wohl eher nicht zu Mute sein. Seit Montag weiß die Belegschaft: Ende 2022 soll die Ära enden, für die 85 Mitarbeiter gibt es in Ostfriesland keine Arbeit mehr. Doch sie können das Angebot des Unternehmens annehmen – und zum neuen Standort nach Bremen umziehen.

Ein weltweiter Großauftrag von Daimler für die neue C-Klasse hat das Unternehmen mit Sitz im hessischen Dillenburg nun dazu bewogen, seine Zelte in Georgsheil abzubauen und in Bremen neu aufzuschlagen. „Die Kapazitäten in Georgsheil wären für den Auftrag zu gering gewesen, dazu soll unser Standort in direkter Nähe zu Daimler sein, um möglichst kurze Wege für den Transport zu haben“, erklärte Thomas Weiershausen, geschäftsführender Direktor bei Linde und Wiemann.

Auf die Bedeutung der räumlichen Nähe hatte man beim Bau von beispielsweise Karosserieteilen derweil auch bei einem Auftrag für Elektroautos in den VW-Werken in Emden gehofft – vergebens. Auch aus finanzieller Sicht habe man daher eine Entscheidung treffen müssen.

„Auch wenn man von den Planungen eines großen Werkes in Bremen wusste, kam die Entscheidung für die Mitarbeiter am Montag überraschend“, sagte Thomas Preuß von der IG Metall Emden über die ankündigte Schließung. Die Belegschaft hatte große Hoffnungen in einen neuen Auftrag vom VW-Werk in Emden gesetzt. „Uns stört die Alternativlosigkeit, mit der die Schließung begründet wird. Das werden wir auf jeden Fall kritisch hinterfragen“, kündigte Preuß bereits an.

Ein erstes Gespräch mit der Unternehmensführung habe es bereits am Montag gegeben, weitere sollen folgen. Auch die Politik sei eingeschaltet worden. „Die Mitarbeiter stehen für uns natürlich im Mittelpunkt, aber mit der Schließung geht auch Kaufkraft für Ostfriesland verloren“, so Thomas Preuß.