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NWZonline.de Region Ostfriesland

Havarie Der „msc Zoe“: Ladung war enormer Belastung ausgesetzt

26.06.2020

Hamburg /Borkum Bei Sturm und hohen Wellen ist der Containerriese „MSC Zoe“ in einer Januarnacht 2019 auf dem Weg von China nach Bremerhaven. 342 Container stürzen nahe der niederländischen Insel Ameland und der niedersächsischen Insel Borkum in die Nordsee. Tonnenweise Müll treibt an Strände: Plastikspielzeug, Fernseher oder Fahrradteile - und Gefahrgut. Eineinhalb Jahre nach der Havarie hat die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) am Donnerstag in Hamburg nun ihren Abschlussbericht vorgestellt. Die Deckladung und deren Laschsystem seien enormen Krafteinwirkungen und Beschleunigungen ausgesetzt gewesen. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) fordert in Richtung Bund: „Groß-Containerschiffen muss grundsätzlich die küstennahe Route verboten werden.“

Nicht alle Container wurden geborgen

Negativ habe sich bei dem Unfall die für Containerriesen typische hohe Stabilität des Schiffes ausgewirkt, erklärten die BSU-Experten. Das Aufrichtvermögen des Schiffes sei „durch kurze Phasen des Rollens und ruckartige Rückkehr in die Ausgangslage gekennzeichnet“ gewesen. Das sei für die Ladung besonders gefährlich, sagte der Direktor der BSU, Ulf Kaspera. Als Rollen wird das Schaukeln eines Schiffs um die Längsachse nach rechts und links bezeichnet. Das den geltenden Regeln entsprechende Laschsystem hielt den außerordentlichen Belastungen schließlich nicht mehr stand, hieß es. Dies habe zum Einstürzen von Containerstapeln geführt.

„Für die ganz großen Containerschiffe muss untersucht werden, ob sie nicht viel größeren Belastungen ausgesetzt werden als bisher angenommen und ob das Laschen, also die Sicherung der Container an Bord, ganz anders aussehen muss“, sagte Niedersachsens Umweltminister Lies. Nach Angaben seiner Behörde konnten bis heute nicht alle Container geborgen werden.

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War die küstennahe Route ein Problem?

Das unter der Flagge von Panama fahrende, knapp 400 Meter lange und 59 Meter breite Schiff war insgesamt mit 8000 Containern beladen. Für eine zwischenzeitlich als Unfallursache diskutierte Grundberührung des Schiffes waren nach Angaben der BSU am Rumpf keinerlei Anhaltspunkte gefunden worden. Intensiv schauten sich die Experten auch die Wahl der kürzeren, küstennahen Route an. Die BSU sieht jedoch keine hinreichenden Anhaltspunkte, dass der Unfall im nördlichen Tiefwasserweg nicht passiert wäre. Doch sie empfehlen den zuständigen Stellen in Deutschland und den Niederlanden zu prüfen, ob die küstennahe Alternative für sehr große Schiffe weiterhin in Betracht komme.

Für Viola Wohlgemuth, Chemie-Expertin der Umweltorganisation Greenpeace, steht fest: „Die südliche Route durch das Wattenmeer ist für übergroße Containerschiffe unsicher.“ Die nördlich verlaufende Route müsse vorgeschrieben werden. Zudem müssten die Befestigungen für die Ladung nachgebessert und ein Ortungssystem für jeden Gefahrgut-Container vorgeschrieben werden.

45 der Container versanken vor der Insel Borkum, 108 Tonnen Ladung wurden den Angaben zufolge dort angespült. Die Feuerwehr, Mitarbeiter der Stadt, aber auch Inselbewohner und Feriengäste hätten damals den Strand aufgeräumt, erinnert sich der Leiter des Ordnungsamtes, Joachim Bakker. Über Monate seien Ladungsreste angespült worden. „Es sind ja nicht alle Container geborgen worden. Wenn da mal einer durchrostet, kann immer wieder hier was antreiben.“

Lesen Sie auch: Grund für Havarie der „MSC Zoe“ bleibt umstritten

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