• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Region Ostfriesland

Natur: Schlechtes Jahr für Bienen

14.06.2021

Krummhörn /Emden Christian Ruhr hat es nicht weit, wenn er bei seinen fleißigen Schützlingen nach dem Rechten sehen will. Der Imker hat ein Dutzend Bienenvölker direkt am Haus im Garten angesiedelt. Doch wenn er dieser Tage die Beuten öffnet, runzelt er die Stirn: Die Bienen haben längst nicht die übliche Menge Honig gesammelt. „Kein gutes Frühjahr“, stellt er fest, Er steht seit vier Jahren dem Imkerverein Emden-Krummhörn vor und kann deshalb gut mit Imker-Kollegen der Region vergleichen. Überall stellten die Imker fest, dass die Honigmengen in den Bienenstöcken weit hinter üblichen Ergebnissen herhinken.

Das Problem hat aber schon in dem ungewöhnlich warmen Winter begonnen. Für die kalte Jahreszeit bilden Bienen eine Wintertraube um die Königin und versuchen, dabei so wenig wie möglich Energie zu verbrauchen. Ist der Januar aber alles andere als froststark, kommt es vor, dass die Insektenkugeln sich vorzeitig auflösen, und die Bienen zu viel Energie verbrauchen, die besonders fehlt, wenn der Februar noch einmal kalt wird. In diesem Jahr fiel der normale Verlust an Bienen daher besonders hart aus: „Es ist alles durcheinander gekommen. Einige Völker sind um mehr als die Hälfte geschrumpft.“

Normalerweise soll die Königin den Schwund im März durch eifrige Eiablage ausgleichen – das sogenannte Stiften. Aber auch das klappte nicht wie gehabt: Der Monat war zu kalt, es gab zu wenig Futter. „Da bekommt die Königin ein Stop von ihrem Volk“, erklärt der Fachmann. „Dann gingen die Völker mit nur 20.000 statt 40.000 Bienen in den Raps.“ Wenn sie denn überhaupt ausgeflogen sind. Der anhaltende Regen ließ sie in den Beuten ausharren: „Die warteten auf einen besseren Sommer.“ Ein Imkerkollege, der das Gewicht seiner Stöcke permanent wiegt, machte eine erschreckende Feststellung: Bei ihm wurde einige Völker nicht schwerer, indem die Bienen Pollen sammelten, sondern leichter. Die fraßen ihre Vorräte auf, statt zu fliegen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Ostfriesland-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Jene, die sammelten, brachten auch noch nassere Pollen mit, aus dem feuchterer Honig in den Waben eingelagert wurde. Bis maximal 19 Prozent Wasser darf das Bienenfutter enthalten. Ist es nasser, vergärt es. „Das wissen die Bienen genau“, lacht der Imker. Deshalb lassen sie die Waben auch länger offen, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Genau das sieht Ruhr, wenn er die Rahmen aus dem Stock zieht: Längst nicht alle Waben sind überhaupt gefüllt, und nur wenige haben von den Bienen bereits Deckel bekommen. Von einer Ernte ist der 70-Jährige bei seinen 22 Völkern noch weit entfernt – und nicht nur er. Der Imker ist für diese Saison pessimistisch: Es wird nur der halbe Ertrag früherer Jahre erwartet. „So ein Glas Honig müsste eigentlich zehn Euro kosten.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.