Emden - Die Stadt Emden hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten nicht nur an ihrem Netz von Warnsirenen im Stadtgebiet festgehalten, sondern will die Zahl der Sirenen in Zukunft künftig noch weiter ausbauen. Das bestätigte Feuerwehrchef Bernd Lenz in einem Gespräch mit dieser Zeitung.

Angesichts der aktuellen Diskussionen über die richtige Alarmierung in den Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bekommt die Aussage von Lenz gleich noch mehr Gewicht, obgleich die Stadt nicht erst jetzt die Ausbaupläne gefasst hat, sondern sie schon länger verfolgt.

„Ich bin froh, dass bislang jeder Oberbürgermeister unsere Einschätzung geteilt hat, an den Sirenen im Stadtgebiet festzuhalten“, sagte Lenz. Weder Alwin Brinkmann noch Bernd Bornemann oder auch jetzt Tim Kruithoff hätten die Bedeutung von Sirenen in Frage gestellt. Belegt wird das jetzt nicht zuletzt dadurch, dass die Stadt noch drei weitere Anlagen installieren will, unter anderem auf dem Dach der Grundschule in Wolthusen.

In anderen Gemeinden und Kommunen ist die Alarmierung der Bevölkerung mit Sirenen dagegen nicht mehr ganz so selbstverständlich. Vor Jahren schon - vor allem nach Ende des Kalten Krieges - sind viele Sirenen aus Kostengründen abgebaut werden. Das Argument: Die Alarmierung der Bevölkerung in einem Katastrophenfall erfolgt inzwischen vor allem digital, meist über sogenannte Warn-Apps auf dem Handy.

Dass das auch Grenzen hat, ist den Verantwortlichen in den aktuellen Flutgebieten jetzt noch einmal vor Augen geführt worden: In einigen Katastrophengebieten war das Mobilfunknetz ausgefallen.

Der Emder Feuerwehrchef spricht sich aber weiterhin für einen Mix verschiedener Warnsysteme aus, fürchtet zugleich aber, dass die Bevölkerung längst nicht mehr ausreichend sensibilisiert sein könnte.

Jens Voitel
Jens Voitel Emder Zeitung