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Polizei ermittelt wegen Brandstiftung Brandserie auf Campingplatz in Neuharlingersiel hält an

Nils Hannes Klotz

Neuharlingersiel - Mehrere brennende Wohnwagen und Container: Innerhalb weniger Wochen hat es sechs Mal auf einem Campingplatz in Neuharlingersiel gebrannt. Der letzte Fall ereignete sich nach Angaben der Polizei am Montagabend (22. Februar 2021). Zwei Wohnwagen brannten dabei vollständig ab, weitere wurden durch die Brand- und Hitzeentwicklung beschädigt. Den Schaden beziffert die Polizei auf 50 000 Euro.

Verletzt wurde seit Beginn der Brandserie am 19. Januar niemand. Der gesamte finanzielle Schaden befindet sich nach Angaben der Polizei mittlerweile im sechsstelligen Bereich.

Dauercamper haben Angst

„Wir haben jetzt alle Angst“, sagte Dauercamper Peter Hartwig (77) im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wir haben alle Unruhe und können nicht schlafen.“ Noch vor der Feuerwehr sei er am Montagabend am Unfallort gewesen: „Ich hörte das Knallen und dann bin ich hin.“ Explodierende Gasflaschen hätten den Knall hervorgerufen, so Hartwig. Seit 45 Jahren sei er Gast des Campingplatzes: „Sowas habe ich noch nicht erlebt.“

Obwohl bereits am Montagabend „Security-Leute“ und „Nachtwächter“ im Einsatz gewesen seien, hätte die Brandstiftung nicht verhindert werden können, sagte Hartwig. Dass die Polizei bereits einem Täter auf der Spur ist, glaubt er nicht: „Die tappen noch im Dunkeln“, so der 77-Jährige. „Wir müssen warten, dass sie den fangen, sonst haben wir keine Chance hier.“

Drohne zur Aufklärung im Einsatz

Zur Aufklärung der Brandstiftung würde mittlerweile auch eine Drohne eingesetzt, berichtete Hartwig. Das hänge auch damit zusammen, dass der oder die Täter in der Vergangenheit sogar zweimal innerhalb weniger Stunden zugeschlagen habe, denkt Hartwig. Mit Luftaufnahmen könnte man dem Täter vielleicht auf die Schliche kommen: „Der muss doch irgendwann mal einen Fehler machen.“

Wohnwagenvermieter verliert drei seiner Wohnwagen

Betroffen von der Brandserie ist auch Christoph Borgert aus Ibbenbühren (Nordrhein-Westfalen). Seit über 30 Jahren vermietet sein Bruder mehrere Wohnwagen auf dem Campingplatz. Bei dem Brand am Montagabend seien drei der fünf Wohnwagen dem Feuer zum Opfer gefallen, so Borgert. Einer sei komplett zerstört, zwei stark beschädigt worden. Er habe sich auf den Weg nach Neuharlingersiel gemacht, als er von dem Brand erfahren habe, sagte Borgert. Die Stimmung auf dem Campingplatz beschreibt er als angespannt: „Es fühlen sich alle unsicher.“ Einige der Dauercamper seien wegen der anhaltenden Brandserie bereits abgereist.

Derzeit ständen auf dem Campingplatz etwa 400 bis 500 Wohnwagen, so Borgert. „Das ist ein sehr großer Campingplatz.“ Der Großteil der Wagen stehe derzeit allerdings leer. Nach Schätzungen von Dauercamper Peter Hartwig seien nur etwa 10 bis 15 Camper vor Ort.

Sicherheit bereits vor Brandserie ein Problem?

Bereits vor der Brandserie seien einige Vorzelte aufgeschlitzt worden – auch ohne etwas zu stehlen, sagte Christoph Borgert. „Was die Sicherheit angeht, ist da noch sehr viel Luft nach oben.“

Die Kontrollen auf dem Platz werden aber offenbar verstärkt: „Die Polizei ist sehr präsent und fährt zu unregelmäßigen Abständen über den Platz“, hieß es von Dauercamper Werner Herrmann.

Täter noch auf freiem Fuß?

Um wie viele Täter es sich handelt und ob sie oder er sich aktuell noch auf freiem Fuß befinden, ist unklar. Zum derzeitigen Stand der Ermittlungen wollte sich die Polizei nicht äußern. „Wir ermitteln wegen Brandstiftung“, hieß es lediglich von Polizeisprecherin Wiebke Baden. Auch welche Sicherheitsvorkehrungen die Polizei auf dem Campingplatz treffe, wollte Baden nicht sagen.

Der Kurverein Neuharlingersiel wollte sich als Betreiber des Campingplatzes aus „ermittlungstechnischen Gründen“ nicht zur Brandserie äußern.

Bisher hat es seit dem 19. Januar sechs Mal auf dem Campingplatz gebrannt. Vier Mal waren nach Angaben der Polizei Wohnwagen beteiligt, zwei Mal waren es Container.

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