Norddeich - Weil er sich sehr auffällig verhalten hat, ist am Freitag ein 37 Jahre alter Fahrgast der Fähre nach Norderney ins Visier des Zolls geraten. „Der Mann befand sich bereits auf der Gangway zum Schiff und verhielt sich sichtlich nervös. Auf halber Strecke zur Fähre kehrte er sogar um, obwohl er über einen gültigen Fahrschein verfügte“, erklärte Frank Mauritz, Pressesprecher des Hauptzollamts Oldenburg, dazu am Montag.
Auffälliges Verhalten
Jenseits der Fähre beobachteten Zöllner der Kontrolleinheit Norden das auffällige Verhalten des Mannes und sprachen diesen nach dem Verlassen der Gangway an. Schnell war den Beamten klar, dass es sich bei dem 37-Jährigen um einen Drogenschmuggler handelte. Und sie behielten Recht: Bereits der erste Blick in seine Reisetasche offenbarte über 300 Gramm Marihuana, das in Kunststoffbeutel verpackt war.
„Über den Auslöser seiner Nervosität wollte sich der Mann nicht äußern. Vielleicht war es allein die Tatsache, dass er die Drogen bei sich trug“, so Mauritz weiter.
Ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz wurde umgehend durch den Zoll eingeleitet. Die Drogen wurden sichergestellt.
Kontrollpunkt
Dass im Fährverkehr zwischen dem Festland und den Ostfriesischen Inseln Rauschgift transportiert wird, ist laut Hauptzollamt auch kein Einzelfall. „Das ist ein wesentlicher Kontrollpunkt für uns“, so Mauritz über die Fähranleger in der Region. Allerdings seien die Mengen der Drogen in diesem Bereich verkehrsbedingt eher gering. „Wenn man zur Insel fährt, hat man ja nur Reisegepäck dabei. Das limitiert die Mengen.“
Strandfunde
Der Zoll ist zudem auch zuständig für Strandfunde, wie etwa den Kokain-Koffer, der im September auf Baltrum angespült wurde. „Wenn jemand etwas am Strand findet, ist der Anruf bei der Polizei richtig, aber auch beim Zoll anzurufen ist nicht verkehrt“, sagte der Pressesprecher.
