Norden/Aurich - Bereits seit vergangenem Jahr läuft die Sanierung der Grabsteine auf dem alten Friedhof an der Ludgeri-Kirche in Norden. Dafür verantwortlich ist der Förderkreis Kulturschatz Ludgeri. Der will nun auch eine Gruft sanieren lassen, bat dafür um Hilfe bei der Ostfriesischen Landschaft. „Nachdem die Grabplatten von der Gruft entfernt wurden, möchten wir wissen, was sich darunter verbirgt“, erklärte Herma Heyken, Vorsitzende des Förderkreises. Die Grabplatten werden derzeit von Steinmetz Sven Thater aus Friedeburg gereinigt und instandgesetzt. Sie sollen danach wieder auf die Gruft gelegt werden.

Um die Arbeiten und Befunde zu dokumentieren, bat Heyken die Ostfriesische Landschaft um Unterstützung. Vor Ort begleitete Grabungstechniker Axel Prussat die Arbeiten. Er blickt mit Spannung auf die Ausgrabung. Grüfte sind auf ostfriesischen Friedhöfen keine Seltenheit. Prussat vermutet, dass es auch auf dem Friedhof an der Ludgeri-Kirche weitere dieser Grabbauten gibt. Sie sind allerdings nicht mehr sichtbar. So war er auch wenig überrascht, als die Ausgräber nach wenigen Zentimetern auf ein Tonnengewölbe stießen. Direkt daneben legten sie in etwa einem Meter Tiefe ein weiteres Gewölbe frei. „Damit habe ich nicht gerechnet“, so Prussat. Er dokumentierte die Ergebnisse der Grabung und fertigte eine Zeichnung an.

Seine Vermutung: Das höher gelegene Tonnengewölbe ist der Eingangsbereich der Gruft. Dazu passt auch ein großer Betonklotz, der sich unmittelbar davor befindet. „Wir haben von einigen älteren Nordern gehört, dass sie als Kind in der Gruft gespielt haben“, erklärte Herma Heyken vom Förderkreis Kulturschatz Ludgeri. Das weitere Vorgehen will der Förderkreis demnächst besprechen.

Für den Grabungstechniker der Ostfriesischen Landschaft endet die Aufgabe damit zunächst. Sollte es weitere Ausgrabungen geben, wird er aber wieder dabei sein, um alles Funde und Befunde zu dokumentieren.