Norden - Abends das Lieblingsbuch nehmen, sich mit Mama oder Papa einen ruhigen Platz suchen und eine Geschichte vorlesen lassen, „ist ein gutes Ritual, um zur Ruhe zu kommen“, findet Anke Czepul. Und nicht nur das: „Vorlesen ist toll für die Sprachförderung“, sagt die Leiterin der Norder Stadtbibliothek. Leider zeichnet sich in den vergangenen Jahren jedoch ein Trend ab, der Czepul wenig gefällt: „Es wird immer weniger vorgelesen.“ Das will die Stadtbibliothek nicht einfach hinnehmen und setzt seit Anfang des Jahres auf die sogenannten Tigerbooks, eine App zur Leseförderung.
Besonders toll für Lesemuffel
Darin enthalten sind über 6000 Titel, die als E-Book auf dem Handy oder Tablet nicht nur selbst gelesen werden können. Der Clou: Kinder – und auch Erwachsene – können sich die Geschichten vorlesen lassen und das Buch auf dem Tablet nebenbei durchblättern. „Das ist natürlich besonders toll Eltern, die selbst nicht so gern vorlesen“, findet Czepul.
Sie hat die App darüber hinaus auch schon mehreren Müttern empfohlen, die gerade Deutsch lernen. „Da profitieren dann Mutter und Kind davon.“ Kinder können sich eine Geschichte vorlesen lassen, während ihre Eltern mitlesen und dabei die richtige Aussprache lernen können. „Man muss die Eltern abholen, wo sie sind“, sieht die Bibliothekschefin in der App eine echte Win-win-Situation.
Und auch für all jene Eltern, die eigentlich gern vorlesen, denen manchmal aber einfach die Zeit fehlt, bietet sich die App an: Dank einer Aufnahmefunktion können Mama, Papa, Oma und Opa einfach ein Buch selbst einlesen und zu einem späteren Zeitpunkt abspielen lassen. „Das ist auch toll, wenn man einmal Babysitten muss“, sagt Bibliotheksmitarbeiterin Stefanie Heinken.
Über 230 Hörspiele verfügbar
Und wem die Auswahl der Tigerbooks-App nicht ausreicht, für den hat die Stadtbibliothek noch eine Auswahl von über 230 Tonies – also Hörspielen, die über die sogenannte Toniebox abgespielt werden könne. Von Rabe Socke über das Sandmännchen bis hin zu Disney und Conni gibt es eine breite Auswahl an Geschichten. Und wer keine eigene Toniebox besitzt, muss sich nicht gleich eine kaufen: In der seit dem Sommer neu eingerichteten Bibliothek der Dinge gibt es inzwischen drei solche Geräte, die für jeweils vier Wochen ausgeliehen werden können.
