Norden - Weil für die städtischen Schulen in Norden noch keine Entscheidung zum Umgang mit Lüftungsanlagen gefallen ist, hagelt es nun Kritik seitens der Grünen: Sie werfen der Stadtspitze Untätigkeit vor. Während der Landkreis Aurich das Finanzierungsangebot des Landes aufgreift und die Sommerferien zum Umsetzen nutzt, will Bürgermeister Heiko Schmelzle (CDU) „das Thema lieber vernünftig und langfristig angehen“, wie er auf Nachfrage mitteilte. „Das bedeutet, dass in Norden die Sache ausgesessen werden soll“, schreibt Grünen-Sprecher Walter Zuber. „Ein Bürgermeister für alle würde anders handeln.“

„Mobile Luftfiltergeräte und Fensterventilatoren sind kein Ersatz für das Lüften!“ Dieser Meinung ist nicht nur das Kultusministerium, auch Nordens Bürgermeister setzt bei den städtischen Schulen auf Querlüften.

CORONA-SCHUTZ FÜR NORDER-SCHÜLER Stadt setzt auf Fenster statt Lüftungsanlagen

Elisabeth Ahrends
Norden

Zuber richtet den Blick dabei über die Stadtgrenzen hinaus nach Emden, wo sich gezeigt habe, „wie die Aufgabe mit Vernunft angegangen werden könnte“. Dort hat die Verwaltung bereits ein Konzept ausgearbeitet, um beim Land schnellstmöglich Fördermittel einzuwerben. Dabei finden sogar Kindertagesstätten Berücksichtigung.

Lüftungstechnik nur ein Teil der Forderungen

Lüftungsgeräte sind aber nur ein Teil der Forderungen der Grünen an die Verwaltung der Stadt Norden. Sie wünschen sich zudem eine gute Ausstattung der Schulen mit technischen Geräten und Internetzugang – gerade für all jene Kinder, die zu Hause nur unzureichende Bedingungen fürs Homeschooling vorfinden. Daneben wiederholt die Partei eine Forderung vom Anfang des Jahres: Damals hatte sie ein Notkonzept für durch die Pandemie benachteiligte Schülerinnen und Schüler gefordert, aber keine politische Mehrheit gefunden. Nun erwarten die Grünen „in der sich zuspitzenden Pandemielage besonderen Einsatz von der Stadtspitze“.

Elisabeth Ahrends
Elisabeth Ahrends Emder Zeitung (Leitung)