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NWZonline.de Region Ostfriesland

Digitalisierung im Rathaus Norden: Boßelgenehmigung bald so einfach wie eine Amazon-Bestellung

04.12.2021

Norden Digitalisierung – was heißt das eigentlich? Während viele zunächst an Infrastruktur und Geräte denken, also Glasfaserkabel oder iPads in Schulen, bedeutet das Schlagwort im Norder Rathaus das effektive Umkrempeln der bisherigen Arbeitsweise. „Digitalisieren heißt auch immer die eigenen Prozesse neu aufzubauen“, erklärt Helmut Kramer, Chef des Fachdienstes Organisation und IT. „Denn was vorher manuell schon schlecht lief, läuft digitalisiert auch schlecht.“ Wichtig ist für ihn dabei auch der Servicegedanke gegenüber den Norder Bürgern. „Es muss möglichst einfach sein, mit uns zu kommunizieren.“

Gesetzliche Vorgabe nicht umsetzbar

Seit Mittwoch ist im Online-Serviceportal der Stadt die digitale Terminbuchung verfügbar: Ein ergänzendes Angebot für Norder, die nun vom heimischen Sofa aus Anfragen stellen können. Laut Kramer ist das aber nur der erste Schritt, im kommenden Jahr soll das Portfolio ausgeweitet werden – weil es eine offizielle Vorgabe ist: „Laut dem Onlinezugangsgesetz (OZG) sollen Kommunen in Deutschland rund 600 Dienstleistungen digital anbieten“, so Kramer. Aber: „Das werden wir natürlich nicht schaffen.“ Grund dafür ist nicht nur der enge Zeitplan, der 2017 begann, sondern der fehlende Zugangsschlüssel für Bürger. „Das zentrale Element ist das Bürgerkonto, mit dem jeder bei Behörden Anträge stellen und sich direkt ausweisen kann.“ Das gibt es in Niedersachsen aber erst seit vier Wochen – also noch nicht in der Praxis eingebunden – und sei auch keine bundesweit einheitliche Lösung mehr, wie einst geplant.

Dienste, die Norder wirklich brauchen

Weil die geforderte Menge von Online-Dienstleistungen bis Ende nächsten Jahres eh nicht umsetzbar ist, fokussiert sich Norden jetzt auch vor allem auf die Dinge, die wirklich gebraucht werden, erklärt Kramer. „Im OZG-Katalog wird man keine Boßelgenehmigungen finden, für uns hier sind die aber natürlich wichtig. Wir halten uns deshalb nicht allein an die offiziellen Vorgaben.“ So sollen im Frühjahr auch Osterfeuer digital anmeldbar sein, nennt der IT-Chef ein anderes Beispiel. Auch für den internen Gebrauch gebe es Dienstleistungen – etwa notarielle Beglaubigungen – die priorisiert umgesetzt werden, weil sie täglich im Gebrauch sind. Die Digitalisierung des Rathauses nach außen sei auch mehr als Links anzubieten, betont Kramer. „Digital arbeiten – das heißt eben nicht ausfüllbare PDFs, sondern dass man bei Antrag automatisch nur die Felder zu sehen bekommt, die auch relevant sind.“ Die dahinterliegende Software ermögliche es, mit entsprechenden Logik-Ketten das Antragstellen für alle Bereiche zu automatisieren. „Ein Antrag zu stellen soll so einfach werden wie eine Amazon-Bestellung“, fasst Kramer zusammen.

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Digitalisierung teilweise von Vorschriften verboten

Bis es soweit ist, dass Norder in allen Bereichen des Rathauses auch online Termine buchen oder Dokumente erhalten können, wird aber noch die eine oder andere Akte von Hand kopiert werden müssen. „Bis wir komplett umgestellt haben, da wird einige Zeit vergehen“, schätzt Kramer. Teilweise werden er und sein Team auch von der aktuellen Rechtslage ausgebremst: „In Niedersachsen entsprechen etwa 4000 Vorschriften noch nicht der Digitalisierung – weil etwa eine persönliche Unterschrift in Person benötigt wird.“ Was aber noch 2022 kommen soll, so seine Hoffnung, ist ein automatisierter Zugang zu den Verwaltungsgebäuden: „Im Rathaus haben wir ja den Empfang, aber in den anderen Häusern ist freier Zutritt – gerade jetzt mit Corona – ein Problem.“ Mit einer Terminbuchung sollen Bürger dann per individuellem QR-Code künftig auch Nebengebäude selbst öffnen können, wobei der Verwaltungsmitarbeiter vor Ort dann direkt informiert wird, dass die Person nun da ist. „Aber trotz allem wird uns das Papier noch erhalten bleiben.“

Arne Haschen Redakteur / Redaktion Norden
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