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Bundesverdienstkreuz für Dr. Jörg Hagena aus Norden Eine „ganz schön schwere“ Auszeichnung

Die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland wird nur wenigen zuteil: Landrat Olaf Meinen (links) hat die Ehre Dr. Jörg Hagena aus Norden das Bundesverdienstkreuz zu überreichen beziehungsweise anzuheften.

Die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland wird nur wenigen zuteil: Landrat Olaf Meinen (links) hat die Ehre Dr. Jörg Hagena aus Norden das Bundesverdienstkreuz zu überreichen beziehungsweise anzuheften.

Norden - Zu einem Ergebnis, ob er die Auszeichnung nun verdient hat oder nicht, ist Dr. Jörg Hagena nicht gekommen. Doch auch, wenn der Bürgerstiftungsgründer lieber die Sache als sich selbst in den Vordergrund stellt, ist der 81-jährige Norder am Donnerstag mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. „Ganz schön schwer“, findet der ehemalige Hochschulprofessor den Orden, den ihm Landrat Olaf Meinen im Bürgerhaus ans Revers heftete.

„Es macht einfach Spaß, sich zu engagieren“

Eine in seinen Augen nicht notwenige, aber nette Auszeichnung ist es für den gebürtigen Berliner schon, der vor über 40 Jahren Norden zu seiner neuen Heimat und dem Ort seines bürgerlichen Engagements machte – sei es bei der Bürgerstiftung, in der Kirche, bei der Kunstschule oder parteipolitisch. Viel schwerer wiegt für ihn jedoch etwas anderes: „Es ist diese innere Zufriedenheit, Dinge zu gestalten. Es macht einfach Spaß, sich zu engagieren“, sagt der Norder und will diese Begeisterung besonders jungen Menschen näher bringen. „Es gibt nichts Trügerischeres, als an die Sicherheit etablierter Strukturen zu glauben.“ Das Leben bedeute Wandel: „Lassen Sie sich ein auf eine Gesellschaft, die so unendlich viele Möglichkeiten bietet, sich zu engagieren.“

Eher zufällig in die Ehrenämter gerutscht

Hagena selbst ist vor über vier Jahrzehnten eher zufällig in seine Ehrenämter gerutscht, wie er erzählt. „Eigentlich bin ich einfach so durchs Leben gegangen und es hat sich eben einfach alles so ergeben.“ Nach dem Studium in Nürnberg, wo er seine inzwischen gestorbene Frau Johanna kennenlernte, die ihm die Schönheit ihrer Heimatstadt Norden zeigte, wurde die Küstenstadt 1975 der Mittelpunkt der später fünfköpfigen Familie. Dort stellte Hagena – nicht zuletzt auch durch das politische Engagement seiner Frau in der FDP – fest, dass das staatliche Handeln in bestimmten Bereichen an seine Grenzen stößt. So zum Beispiel bei Kunst und Kultur: Hagena selbst habe zwar die Wände zu Hause voller Bilder hängen, selbst künstlerisch aktiv sei er aber nur mit dem Schweißgerät. Dennoch war er 1983 Gründungsmitglied der Kunstschule Norden – einem „Hort der Kreativität und kulturelles Aushängeschild im Landkreis“, wie Landrat Meinen sie in seiner Ansprache nannte.

Klinken putzen für die Bürgerstiftung

Doch nicht nur dort ist Hagena bis heute aktiv: 2003 hob der heute 81-Jährige die Bürgerstiftung aus der Taufe, ging Klinken putzen und sammelte 106.000 Euro Anfangskapital zusammen. „Wenn ich jemanden gesehen habe, von dem ich meinte, dass er uns unterstützen kann, bin ich hingegangen“, sagt der ehemalige Professor für Betriebswirtschaftslehre. Er sieht seine Arbeit als eine von vielen Möglichkeiten, um etwas an die Gesellschaft zurückzugeben – seien es Geld, Zeit oder das Nutzen von Möglichkeiten. Bis heute steht er der Stiftung ehrenamtlich vor – und Zufriedenheit, Spaß und das gemeinsam Erreichte sind für Hagena immer noch der beste Lohn.

Elisabeth Ahrends
Elisabeth Ahrends Emder Zeitung (Leitung)
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