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NWZonline.de Region Ostfriesland

Modernisierung des Katastrophenschutzes: Norden will neue Alarmsirenen anschaffen

22.07.2021

Norden Nachts von einer Sirene geweckt werden? In früheren Jahrzehnten ganz normal, wenn die örtliche Feuerwehr einen späten Einsatz hatte. In jedem Dorf oder Stadtteil gab es eine „Glocke“, die ikonische Motorsirene Typ 57, die Rettungskräfte oder auch die Bevölkerung alarmierte. Heute sind sie nahezu vollständig verschwunden. Wachgerüttelt durch die Überflutungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz forderte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius Anfang der Woche, dass solche Sirenen jetzt wieder flächendeckend installiert werden müssten. In Norden und dem Landkreis Aurich ist man da aber bereits einen Schritt weiter.

Katastrophe endet nicht an Stadtgrenze von Norden

„Es laufen bereits Gespräche mit dem Landkreis über ein solches System“, bestätigt Christoph Carls, Leiter des Fachdienstes Bürgerdienste und Sicherheit bei der Stadt Norden. Damit sei vor einer Weile begonnen worden. Allen Beteiligten ist wichtig, dass eine Alarmierung einheitlich geregelt ist, denn: „Eine Katastrophe endet ja nicht an der Stadtgrenze in Norden.“ Einen flächendeckenden Ersatz für die analogen Sirenen von einst zu schaffen, ist indes nicht einfach, wie Carls ausführt. „Ein Alarmsystem muss ganz neu aufgebaut werden. Es müssen Plätze gefunden werden, besonders da, wo keine städtischen Gebäude stehen.“ Gleichzeitig gelte es, möglichst viele Menschen gleichzeitig zu erreichen, was im flächenmäßig großen aber teils nur dünn besiedelten Landkreis eine Herausforderung ist.

Alarme bisher nur mit Strom und Internet

Besonders wichtig ist Unabhängigkeit vom Stromnetz, findet Keven Janssen, Sprecher des Norder THW-Ortsverbands: „Unser Alarme bekommen wir aktuell von der Regionalstelle oder der Leitstelle Ostfriesland. Das funktioniert aber nur, solange wir Strom und Internet haben.“ Ideal wäre seiner Ansicht nach ein Netz aus Sirenen, die notfalls auch mit einem Stromgenerator betrieben werden können. „So einen hat jede Organisation hier irgendwo“, sagt Janssen. Gleichzeitig müsse die Bevölkerung aber auch wieder geschult werden. „Aufklärung, wie man sich im Notfall verhalten soll, gab es früher einmal. Da müssen wir wieder hin“, so der Sprecher.

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Sprechende Sirenen auch für Durchsagen

Das Erkennen verschiedener Warnsignalen muss aber niemand mehr lernen, wie Stadtbrandmeister Thomas Kettler erklärt. „Was technisch künftig eingesetzt wird, sind ,sprechende Sirenen’“, weiß er. Diese können auch für Sprachdurchsagen benutzt werden und seien damit flexibel. „Es ist im Notfall wichtig, den Menschen Informationen zu geben. Durchsagen wie ,Trefft euch auf dem Marktplatz’ helfen dann.“ Grundsätzlich sei die Abhängigkeit der existierenden Systeme vom Stromnetz aber ein großes Problem, bestätigt er. „In unserer elektrifizierten Welt geht nichts mehr ohne. Das ist für uns auch kein neues Thema. Man muss sicherstellen, im Notfall alle zu erreichen.“ Das müsse aber ein Anliegen aller sein, so der Stadtbrandmeister. „Wir müssen uns fragen, ob Warnungen nur eine Bundes-, Landes- oder Kreissache sein können. Müssen da auch die Kommunen einsteigen? Und die Bürger?“

Warn-Apps nützlich, aber nicht verlässlich

Apps wie Nina oder Katwarn haben trotz allem aber eine Berechtigung – darin sind sich Kettler und Janssen einig. „Die haben wir auch auf dem Handy“, bestätigt der THW-Sprecher. Zwei Probleme sorgten jedoch dafür, dass man sich nicht allein auf Apps verlassen kann. „Die Sensibilisierung ist ein Problem, weil die zu oft genutzt werden. Da kommen zum Beispiel oft Unwetterwarnungen, und dann passiert nichts“, so Janssen. Warnungen würden deshalb irgendwann nicht mehr ernst genommen. „Und das Mobilfunknetz bricht erfahrungsgemäß nach wenigen Minuten zusammen wenn was passiert, weil alle telefonieren wollen“, ergänzt Thomas Kettler.

Arne Haschen Redakteur / Redaktion Norden
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