Norden - Stühlerücken, aber auch schnelle Entscheidungen: Die letzte Norder Stadtratssitzung vor Beginn der neuen Legislaturperiode in der Stadt wurde von Ehrungen und Verabschiedungen dominiert – und von großer Einigkeit bei Entscheidungen der beinahe 30 Punkte der Tagesordnung. Auch für Bürgermeister Heiko Schmelzle war es die letzte Teilnahme an dem Gremium – nach seiner Wahlniederlage gegen SPD-Kandidat Florian Eiben hatte er es abgelehnt, als Teil der CDU-Fraktion einen Ratssitz zu übernehmen und möchte die gewonnene Zeit stattdessen seiner Familie widmen.
Viele Urkunden und Danksagungen: Diese Mitglieder des Norder Stadtrats wurden für ihre teils langjährige politische Arbeit ausgezeichnet. Viele von ihnen verlassen die kommunalpolitische Bühne nun.
Ehrungen für viele Jahre in der Norder Politik
Der Altbürgermeister ließ es sich deshalb nicht nehmen, die übrigen scheidenden Ratsmitglieder persönlich und mit einer Urkunde der Stadt zu verabschieden. Quer durch alle Fraktionen hinweg räumen Mitglieder nun ihre Plätze, einige davon echte Urgesteine der Norder Politik. So wurde SPD-Ratsherr Hans Forster etwa für 30 Jahre im Einsatz der Kommunalpolitik ausgezeichnet, SPD-Fraktionsvorsitzende Julia Feldmann – die 2016 gegen Heiko Schmelzle in der Bürgermeisterwahl angetreten war – erhielt eine Urkunde für 25 Jahre im Norder Stadtrat. Ratspräsident und CDU-Fraktionsmitglied Hermann Reinders kommt auf eine ebenso lange Amtszeit, er wird künftig aber weiter im Rat vertreten sein. Verabschiedet wurde auch die stellvertretende Bürgermeisterin Barbara Kleen, die in vielen Positionen insgesamt 23 Jahre in Norden politisch aktiv war. Ausscheiden wird nach elf Jahren Ratsarbeit zudem auch Rainer Feldmann (ehemals FDP, zuletzt parteilos), der bereits zu Beginn seiner Bürgermeisterkandidatur angekündigt hatte, im Falle einer Niederlage keine politischen Ämter mehr wahrnehmen zu wollen.
Ein Dankeschön gab es auch für den scheidenden Bürgermeister Heiko Schmelzle (links).
Positives Fazit nach Amtszeit als Bürgermeister
„Mir haben die letzten zehn Jahre viel gebracht“, sagte Heiko Schmelzle in einer Ansprache am Ende des öffentlichen Teils der Stadtratssitzung. Dass er innerhalb von zehn Jahren vom Sprung in die Norder Politik bis zum Bürgermeisteramt kommen würde, habe ihn selbst überrascht und gefreut. „Ich weiß noch, als es hieß: Kommst du mit auf die Liste?“, erinnerte er sich. Einen großen Dank sprach der scheidende Bürgermeister auch seinem Team in der Verwaltung aus, die ihm in schwierigen Lagen stets den Rücken freigehalten hätten – vor allem in der Zeit, als Norden effektiv keine Geschäftsbereichsleiter hatte. Und auch wenn es in Diskussionen durchaus mal „geknirscht“ habe und Projekte wie der Kauf des Doornkaatgeländes oder der Bau der Wasserkante in Norddeich kräftezehrend waren: „Ich hab’s gerne gemacht“, sagte Heiko Schmelzle.
