Norden - Plattdeutsch ist für Günther Schwitters (SPD) die Sprache seiner Heimat Norden. Und deshalb gehört sie auch auf die Ortsschilder, befand der Ortsvorsteher von Süderneuland und reichte einen Antrag bei der Stadt ein, diese mit den plattdeutschen Ortsnamen zu versehen. Zwei Jahre musste er warten, am Donnerstag wurde eines der ersten Schilder aufgestellt.
Darauf ist neben der Ortsbezeichnung Nordseeheilbad Norddeich nun auch auf Plattdeutsch Noorddiek zu sehen. Wer nun denkt, dass sich die Stadt bei der Schreibweise vertan hat, der irrt. „Damit ist die Himmelsrichtung und nicht der Stadtname gemeint“, sagte Bürgermeister Heiko Schmelzle (CDU) gestern während eines Pressetermins. Darauf hingewiesen hatte der Norder Heimatforscher Johann Haddinga. Norddeich habe ganz früher der Norddeich geheißen – aufgrund der geografischen Lage. Die Schreibweisen Nörddiek oder Norddiek seien deshalb nicht richtig.
Wer eines der plattdeutschen Ortsschilder sehen will, muss indes etwas suchen: Bislang gibt es nur zwei Stellen und zwar an der Itzendorfer Straße/Ecke Memmertbalje in Norddeich sowie am Ortseingang Flökershauser Weg in Norden. Der Grund: „Wir tauschen die Schilder nur dann aus, wenn sie beschmiert oder ausgeblichen sind“, so Schmelzle. Alle Ortseinfahren zeitgleich mit neuen Tafeln auszustatten, hätte die Stadt auf einen Schlag mehr als 8000 Euro gekostet, denn für jedes Schild sind 350 Euro fällig, wie Verkehrsbehördenmitarbeiterin Claudia Klaassen sagte.
Es könnten aber schon bald weitere Tafeln folgen: Gerade in Norddeich scheinen die Straßenschilder ein beliebtes Urlaubssouvenir zu sein. „Fünf bis sechs werden pro Jahr sicher geklaut“, schätzte Bauhofmitarbeiter Timo Klingenborg, der gestern die Montage des neuen Ortsschilds übernahm.
