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NWZonline.de Region Ostfriesland

Mit der Bahn von Oldenburg nach Norden: „Zu Ihrer Rechten sehen Sie jetzt … Ostfriesland“

20.10.2021

Norden /Ostfriesland „Irgendwie in Ordnung“ – so lautet das Fazit von drei Monaten Bahnfahrt zwischen Oldenburg und Ostfriesland. Was als ein Selbstversuch begann, ist mittlerweile zu einer fast geliebten Reiseroutine geworden. Und ja, Verspätungen gab’s unterwegs auch, aber die haben mich aus ganz anderen Gründen in der Zeit als Termindruck geärgert. Aber der Reihe nach.

Entschleunigen mit der Deutschen Bahn

Es begann im Sommer, als mir die Arbeit in der Redaktion Norden etwas über den Kopf wuchs. Von Oldenburg, wo ich seit zehn Jahren (wieder) wohne, ans „Grüne Tor zum Meer“ zu pendeln ist auch mit baustellenfreier A 28 nur moderat unterhaltsam. Meine Unfähigkeit, das „Ich kann ja mal eben noch da-und-dahin fahren“ abzustellen, führte mich irgendwann auf die Webseite der Deutschen Bahn.

Entschleunigung war das, worauf ich aus war – solange keine Termine in die Niederungen des Altkreises Norden anstanden, brauchte ich doch kein Auto? Stattdessen mal in Ruhe etwas lesen auf dem Weg zur Arbeit, quasi mentale Morgengymnastik machen. Wer jetzt schmunzelt, inwiefern die Bahn meine Entschleunigungsideen in der Praxis noch übertroffen hat, liegt nur halb richtig: Die Anzahl der nennenswerten Verspätungen kann ich bis jetzt an einer Hand abzählen, zugegeben gerade noch.

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Die Aussicht unterwegs: Das WLAN funktioniert die meiste Zeit über sogar. Bild: Haschen

Keine Fahrt ist wie die andere, aber fast gleich

Interessant ist, wie schnell mir von Beginn an Abweichungen in der Routine aufgefallen sind: Da waren die Tage, wo der Zug trotz Urlaubszeit leer blieb; oder ein Wagon so unrund lief, dass es im mitgebrachten Thermobecher zum Tidenhub kam. Bemerkenswert auch die Varianz der Durchsagen: Von völliger Stille aus den Lautsprechern bis hin zu vollmoderierter Fahrt inklusive Corona-Warnung und Aussichtsempfehlung – „Zu Ihrer Rechten sehen sie jetzt … Ostfriesland.“ – war alles dabei. Dem Sprecher, der irgendwann einen Dreifachgong vor seinen Durchsagen akustisch am Mikrofon nachgeahmt hat, hätte ich gerne eine Medaille verliehen. Leider hörte ich nie wieder von ihm.

Sich selbst mal auf den Arm nehmen

Apropos Durchsagen: Zu hören, dass der außerplanmäßige Stopp zwischendurch einem entgegenkommenden Zug zu verdanken ist, beruhigt auch dann noch, wenn man es selbst eigentlich genau weiß – weil es die letzten Male an der gleichen Stelle war. Aber wenn sich jemand die Mühe macht, das zu erklären, das ist ein bisschen wie in den Arm genommen werden; es kümmert sich halt jemand. Und in drei von fünf Fällen verstehe ich sogar, was gerade gesagt wird.

Auffallend jetzt zum Herbstbeginn: Die Menge an Fahrrad-Wagons. Wo waren die eigentlich im Juli, als Radfahrer am Bahnsteig in Norddeich verzweifelten, weil die vier Stellplätze im Zug schon belegt waren? Vielleicht ist das ähnlich wie mit Schiffscontainern – die sind seit Corona ja auch nicht immer da verfügbar, wo sie gerade gebraucht werden. Was sich dagegen kaum verändert hat, ist die Reisekleidung meiner Mitfahrer – die meisten hatten auch im Sommer bei 29 Grad gefütterte Jacken dabei, meine ich mich zu erinnern. Unvergessen das kleine Mädchen, dass mein Kurzarmhemd im August als unzureichend bewertete: „Da wirst du krank!“. Wurde ich zwar nicht, ein schlechtes Gewissen hatte ich trotzdem.

Endstation? Fast: Keine 200 Meter weiter hält der Zug noch einmal bei „Norddeich Mole“. Bild: Haschen.

In Norddeich kann man zweimal aussteigen

Skurril ist stets das Ende der Reise: die Bahnsteige Norddeich und Norddeich Mole. Gefühlt müssten die unter den Top Drei der am dichtesten nebeneinander liegenden Stationen sein. Laut Bahn sind es offiziell 500 Meter Distanz, beim Nachmessen komme ich auf lediglich 130 Meter. Entsprechend oft stehen leicht panische Urlauber in Norddeich an den Türen, weil sie dort ja rausmüssen – die beruhigende Entwarnung, dass gleich noch die Mole kommt, gibt es nicht immer. Manchen fällt dann noch auf, dass ich keine Koffer bei mir habe, sprich Einheimischer sein muss. Ein „Wo kann man hier denn gut Fisch essen?“ hat mich dann auch mehr als einmal beim Aussteigen in Verlegenheit gebracht.

Und jetzt? So geht es nun weiter

Auch wenn die althergebrachten Horrorgeschichten von ewig ausfallenden Bahnverbindungen sich für mich bis jetzt nicht bewahrheitet haben, hat mir die Zeit der Gleisromantik immerhin eins gebracht: Ich freue mich echt, wieder mit dem Auto zu fahren – Entschleunigung erlebe ich da spätestens hinter dem nächsten Trecker. Aber so ist das eben in Ostfriesland.

Arne Haschen Redakteur / Redaktion Norden
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