Norden - Im Sommer 2023 will Florian Eiben, seit Sonntag neu gewählter Bürgermeister in Norden, mit einem Sprung ins Wasser das neue Freibad in Norddeich einweihen. „Mir wurde schon gesagt, dass das ein ambitioniertes Ziel ist“, so der 39-Jährige, der am Sonntag in der Stichwahl gegen Heiko Schmelzle einen haushohen Sieg eingefahren hat. Noch steckt er zwar nicht konkret in den Planungen der Verwaltung mit drin, Eiben weiß aber schon jetzt, dass im Hintergrund die Arbeiten für den Freibadneubau laufen. „Zur Finanzierung hat sich die Stadt verpflichtet“, glaubt er nicht daran, dass klamme Kassen dem Wunsch der Bevölkerung und Politik jetzt noch einen Strich durch die Rechnung machen können. „Ich glaube, es wird einen einstimmigen Beschluss geben, wenn es um die Finanzierung des Freibads geht.“
Nach der deutlichen Wahl und vielen Versprechen, gilt es für Nordens künftigen Bürgermeister Florian Eiben (Mitte) nun, seinen Worten Taten folgen zu lassen. Bild: Elisabeth Ahrends
Lieber Arschbombe statt Bauchklatscher
Auf die Frage nach Kopfsprung oder „Arschbombe“ zur Einweihung des neuen Bades in weniger als zwei Jahren, wünscht sich das künftige Stadtoberhaupt zwar einen eleganten Kopfsprung, „am Ende wird es dann aber wahrscheinlich eher ein Bauchklatscher, sodass ich wohl mit einer ,Arschbombe’ reinspringen werden“. Schon jetzt ist Eiben sich sicher: „Das wird ein Heidenspaß.“
Wann läuft der erste Blockbuster im neuen Norder Kino?
Wann er den ersten Blockbuster im Norder Kino sehen wird, da ist der neue SPD-Bürgermeister hingegen deutlich weniger konkret mit dem Datum. „Das hängt vom Zeitplan für das Doornkaatgelände ab.“ Mehr wollte er dazu aktuell nicht sagen. Gleiches gilt auch für den Einzugstermin der ersten Mieter von bezahlbaren Wohnungen auf dem einstigen Gelände der Norder Kornbrennerei. In diesem Zusammenhang lässt das künftige Stadtoberhaupt keinen Zweifel daran, dass die Neuordnung des Norder Bauamtes ganz oben auf seiner Agenda steht.
„Ich bin erschrocken“, sagt er zu den zahlreichen Nachrichten von Bauherren, die ihn in den vergangenen Wochen erreicht hätten. „So, wie es im Bauamt jetzt ist, geht es nicht mehr weiter.“ Damit meint er nicht nur die Frustration bei Bauwilligen in Norden, sondern auch die Überforderung der Bauamtsmitarbeiter. Mit mehr Personal, aber vor allem einer Optimierung der Arbeitsabläufe will der neue Rathauschef dieser Situation Abhilfe schaffen und zu aller erst das Gespräch mit den Mitarbeitern suchen. „Ich will den Reset-Knopf drücken und einen gemeinsamen Neustart schaffen“, so Eiben, der seinen vollmundigen Wahlversprechen Taten folgen lassen will.
Den Schlüssel dafür sieht er in der Kommunikation – und zwar mit allen politischen Parteien, mit der Bevölkerung, aber auch innerhalb der Verwaltung. Eine App für die Stadt, auch um dort Beschwerden zu melden, schwebt ihm dabei ebenso vor wie ein eigener Ausschuss für Bürgerangelegenheiten, um weniger hinter verschlossenen Türen zu verhandeln und mehr Transparenz in die politische und verwaltungstechnische Arbeit zu bringen. „Kommunikation ist ein ganz wichtiges Thema.“
Auch Schmelzles Themen will Eiben weiterverfolgen
Doch Eiben hat nicht nur ganz eigene Vorstellungen und Ziele für Norden, er will auch die Themen von Vorgänger Heiko Schmelzle fortsetzen und hält etwa an der Kirchenspange, also eine Vervollständigung des innerstädtischen Rings über das Gelände der katholischen Kirche, fest. „Ich hoffe auf einen Abschluss noch in diesem Jahr“, so Eiben. Zugleich will er sich auch der Erschließung von Gewerbeflächen widmen. „Das werden wir fortschreiben“, versprach er und glaubt an einen geordneten Übergang mit seinem Vorgänger. Denn auch, wenn die letzte Begegnung zwischen Eiben und Schmelzle am Wahlsonntag vielleicht unterkühlt gewirkt habe, sei die Zusammenarbeit immer von gegenseitiger Wertschätzung und Respekt geprägt gewesen – selbst im Wahlkampf.
