Norden - Die Zeit läuft: Am Sonntag geht es für die Norderinnen und Norder an die Wahlurne, um neben einem neuen Stadtrat einen Bürgermeister oder auch eine Bürgermeisterin zu wählen – auch wenn bei vielen die Wahl längst gefallen ist. Inzwischen haben immerhin schon über 5000 der 21.130 Wahlberechtigten in der Stadt ihre Stimme abgegeben. Die Vorbereitungen für die Auszählung am Sonntag in der Oberschule laufen indes auf Hochtouren und auch die Kandidaten und Kandidatin setzen noch einmal zum Endspurt an und schildern, wie sie ihre Chancen für Sonntag sehen und den Wahlkampf bis zu diesem Zeitpunkt empfunden haben.
Die 26-jährige Dana Friedrichs aus Norden tritt für Die Partei an, sie ist die einzige Bewerberin.
Die 26-jährige Dana Friedrichs, die für Die Partei antritt, freut sich auf den Wahltag: „Was auch immer am Sonntag herauskommt, wird das sein, was die Stadt Norden sich wünscht“, so ihre persönliche Einschätzung. Für die junge Mutter und Umschülerin zur Feinwerkmechanikerin für Maschinenbau war der Wahlkampf „sehr intensiv, aber auch ermutigend“. Für eine Person allein sei das Ganze ziemlich viel – „besonders, wenn man zum ersten Mal in so kurzer Zeit dabei ist“, sagt die Norderin. „Es gab viel Zuspruch.“
Für die SPD ist der 39-jährige Florian Eiben im Rennen um das Bürgermeisteramt.
„Wir haben sechs gute Kandidaten, die alle Potenzial haben, diese Bürgermeisterwahl zu gewinnen“, findet Florian Eiben, Bürgermeisterkandidat der Norder Sozialdemokraten. Eine Prognose für Sonntag will er zwar nicht abgeben, der 39-jährige Geschäftsführer des Awo-Kreisverbands Norden geht aber von einer Stichwahl am 26. September aus. Für ihn sind die vergangenen sechs Monate vom Wahlkampf geprägt gewesen, den Eiben als spannende aber auch anstrengende Zeit empfunden hat, in der er viele gute Gespräche mit den Menschen in Norden geführt habe. „Ich habe unglaublich viel Unterstützung erhalten und es ist zu spüren, dass die Norderinnen und Norder sich eine Veränderung wünschen.“
David Gronewold, 41 Jahre, ist eigentlich Lehrer und tritt für die ZoB als Bürgermeisterkandidat an.
Für David Gronewold von der ZoB stellt sich der Wahlkampf – den er als notwendig und anstrengend empfunden hat – einer freien Wählergemeinschaft mit den Volksparteien immer wie „David gegen Goliath“ dar, so der 41-Jährige. Allerdings: „Ambitionierte Ziele zu benennen, ohne in unhaltbare Wahlversprechen abzugleiten, ist eine Gratwanderung“, sagt der Studienrat, der die Frustration vieler Bürgerinnen und Bürger durchaus verstehen kann.
Der 51-jährige Unionspolitiker Heiko Schmelzle hofft auf eine zweite Amtszeit als Bürgermeister von Norden.
Der amtierende Bürgermeister Heiko Schmelzle, der erneut für die CDU um das Amt an der Spitze der Stadt kandidiert, rechnet sich gute Chancen für eine zweite Amtszeit aus – „da ich in fünf Jahren keinen Tag gefehlt habe und mich täglich mit voller Kraft für Norden eingesetzt habe“. Auch er hat den Wahlkampf als „kurz und anstrengend“ empfunden, wobei ihm die Arbeit mit dem Team an seiner Seite viel Freude bereitet habe. „Ich war überrascht, wie offen die Bürgerinnen und Bürger bei Besuchen an der Haustür waren.“
Andreas Holzkämper ist mit 58 Jahren neu auf der politischen Bühne und will als parteiloser Bewerber ins Rathaus einziehen.
Optimistisch geht auch Andreas Holzkämper an den Wahlsonntag heran: Wenn die Norderinnen und Norder eine wirkliche Veränderung wollen, dann seien seine Chancen am Sonntag „sehr gut“, so der 58-jährige Speditionskaufmann. Für den Neuling auf der politischen Bühne, der als parteiloser Kandidat antritt, waren die vergangenen Wochen Wahlkampf „spannend, aufschlussreich und fair“.
Der parteilose Kandidat Rainer Feldmann ist seit 30 Jahren in der Kommunalpolitik und will mit 62 Jahren Bürgermeister in Norden werden.
Ebenfalls als unabhängiger Kandidat, dafür aber mit 30 Jahren Erfahrung in der Kommunalpolitik ist der 62-jährige Rainer Feldmann angetreten, der sich für Sonntag gute Chancen ausrechnet. Auch er geht jedoch davon aus, „dass die endgültige Entscheidung erst in einer Stichwahl am 26. September fallen wird“. Der Wahlkampf war für ihn spannend, intensiv und ebenfalls anstrengend. Die vielfältigen konstruktiven Meinungen der Norderinnen und Norder „haben mich sehr positiv überrascht“. Egal wie die Wahl endet, „der Wahlkampf hat mir viel Positives gegeben“. Er wolle diese Zeit deshalb auch nicht missen, sei aber auch froh, „dass nach fast einem Dreiviertel Jahr des Wahlkampfes am kommenden Sonntag das ,Finale’ erreicht ist“.
