Norden - Eigentlich müsste der Pferdesportverein (PSV) Norderland jubeln: Allein in den vergangenen acht Wochen sind 30 neue Schüler in den Verein eingetreten, um Reiten zu lernen. „Wir mussten ein weiteres Pferd kaufen, weil wir täglich zehn bis 15 Kinder haben, die bei uns reiten wollen“, sagt die Vorsitzende Edith Kubatzki. Trotzdem ist ihre Stimmung getrübt. Schuld daran sind die schlechten Bedingungen, unter denen der Verein derzeit seine Reitkurse anbieten muss. „Es ist eine Vollkatastrophe“, sagt sie und meint damit die fehlenden Räumlichkeiten.
Wegen Asbest mussten Ställe geräumt werden
Der PSV hatte zu Beginn der Sommerferien die Reitanlage in Bargebur räumen müssen, weil die Stallungen asbestbelastet und die Halle bereits seit Jahren einsturzgefährdet sind. Die Stadt als Eigentümerin will die gesamte Anlage abreißen – Hoffnung des Ersten Stadtrats Marcus Aukskel ist es, noch in diesem Jahr zumindest die belasteten Dachplatten entfernen zu können. Nach einem entsprechenden Ratsbeschluss soll ein Neubau an gleicher Stelle errichtet werden. Dafür ist allerdings die Aufstellung eines Bebauungsplans notwendig. Und der braucht Zeit.
Übergangsweise – Kubatzki geht von mehr als zwei Jahren aus, bis die neue Reitanlage fertig ist – sind Reiter und drei Pferde auf dem Hof eines benachbarten Landwirts untergekommen. Mehr als einen „schimmligen, verdreckten Container, in den es reinregnet“ und einen Sonnenschirm als Regenschutz gibt es dort allerdings nicht für die Vereinsmitglieder, von denen sich laut Kubatzki viele die alten Stallungen zurückwünschen. Vom Angebot des Ratsherrn Rainer Feldmann (parteilos), der im August angeboten hatte einen „Doppelcontainer mit Stromanschluss und Heizung zur Verfügung“ zu stellen, hat Kubatzki bislang keinen Gebrauch gemacht. „Das ist nett gemeint, hilft allein aber nicht“, so Kubatzki, die mit Sorge dem Winter entgegenblickt.
Stadt sucht nach einer Lösung
Indes teilt die Stadt auf Nachfrage mit, den Verein auch aufgrund des nahenden Winters weiter unterstützen zu wollen. „Wir gucken nach einer Lösung und sind in Gesprächen“, sagt Aukskel, der die bei der derzeitigen Unterbringung des Vereins – die Zwischenlösung hatten sich die Mitglieder gesucht – „Luft nach oben“ sieht.
