Norden - Für Ortsvorsteherin Heike Ippen ist es eine unbefriedigende Situation: Drei Jahre lang hat sie dafür gekämpft, dass der Radweg entlang des Königswegs im Norder Ortsteil Neuwesteel saniert wird, dann kam die Zusage, dass im Herbst die Arbeiten starten und nun der Rückschlag: „Die Ausschreibung des Radwegebaus an der Kreisstraße 221 in Neuwesteel soll am 5. Oktober veröffentlicht werden“, teilt Landkreissprecher Rainer Müller-Gummels auf Anfrage mit. Das heißt auch, dass ein Baubeginn noch in 2021 unwahrscheinlich ist. Das gibt auch der Kreissprecher zu: „Ob in diesem Jahr noch mit den Arbeiten begonnen werden kann, ist angesichts der Auftragslage bei den Firmen fraglich. Die Unternehmen sind ja alle sehr stark ausgelastet.“
„Das ist echt Wahnsinn“
Der Grund für die späte Umsetzung liegt für Ippen klar auf der Hand: „Es hat Ewigkeiten gedauert, bis der Haushalt vom Landkreis verabschiedet worden ist.“ Entsprechend spät sei der Kreis mit seinen Ausschreibungen. „Die Firmen haben ihre Auftragsbücher inzwischen voll“, glaubt sie nicht daran, dass noch in diesem Jahr die Sanierung des Radwegs starten kann. Besonders „schade und enttäuschend“ sei dies vor allem vor dem Hintergrund, dass gerade in der Pandemie der Radverkehr deutlich zugenommen habe. „Das ist echt Wahnsinn“, so Ippens Beobachtung.
Gegenverkehr ist nicht mehr möglich
Dabei sind die Planungen längst fertig, weiß die Norder ZoB-Politikerin. „Es ist alles vermessen.“ Geplant ist, den bisher gepflasterten Radweg auf einer Länge von rund 2,5 Kilometern zwischen Fährweg und Landesstraße 27 durch einen Asphaltweg zu ersetzen. Die Arbeiten werden voraussichtlich vier bis sechs Wochen dauern. Mittlerweile lässt sich der eigentlich fast zwei Meter breite Weg nämlich nur noch mittig befahren. „Er ist an den Seiten so stark abgesackt und überwachsen, dass einem niemand mehr entgegenkommen darf“, schildert Ippen die aktuelle Situation. Man müsse also bei Gegenverkehr absteigen und in den Hofeinfahrten warten, um andere Radfahrer vorbeifahren zu lassen. Immer mehr Radler weichen deshalb auf die nebenliegende Straße – auf dieser darf größtenteils bis zu 100 km/h gefahren werden.
