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Reaktion auf Schutzstreifen im Straßenverkehr Radfahrer in Norden fühlen sich unsicher


Auch der Straßenbelag vieler Schutzstreifen in Norden lässt aus Sicht des ADFC zu wünschen übrig.

Auch der Straßenbelag vieler Schutzstreifen in Norden lässt aus Sicht des ADFC zu wünschen übrig.

Norden - Vor rund vier Wochen wurde auf der Osterstraße in Norden ein neuer Schutzstreifen für Fahrradfahrer installiert (wir berichteten). Die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hat in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem Radverkehrsbeauftragten der Stadt, Reinhard Samusch, diesen Streifen – und das Konzept allgemein – kritisch bewertet. „Wenn man die Erfahrungen aus der Praxis berücksichtigt, so erkennt man, dass einige Schutzstreifen nicht die erhoffte Wirkung entfalten“, so der ADFC Norden. In der Stadt seien diese in den letzten Jahren als kostengünstige Lösung zur Erhöhung der Sicherheit des Radverkehrs geschaffen worden, da sich Radfahrer hier den Platz nicht mit Fußgängern teilen müssen. Aber: „Schutzstreifen erfüllen aus Sicht des ADFC nicht die Anforderungen an eine Radverkehrsinfrastruktur, auf der Menschen aller Altersgruppen und Nutzertypen zügig, sicher und komfortabel Rad fahren können.“ Die Streifen, so begrüßenswert sie seien, sind demnach ein baulich bedingter Ausnahmefall, wenn Verkehrswege für jede Nutzergruppe nicht umsetzbar sind – „und dann auch nur als vorübergehende Lösung“, so Samusch und der ADFC Norden. Radfahrer weichen auf Gehwege aus

Reinhard Samusch, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Norden. Bild: Ahrends

Die Ortsgruppe sieht sich in Rückmeldungen von Bürgern der Stadt bestätigt, die von eigenen Erfahrungen berichtet hatten. „Schutzstreifen werden von vielen mit einem unsicheren Gefühl befahren, verstärkt wenn Lkw oder Busse unterwegs sind“, heißt es in der Stellungnahme. Verstärkt werde dieses Problem in Norden auch durch eine häufige Nutzung der Schutzstreifen als Parkfläche, beziehungsweise generelles Befahren durch Autos – etwa am Westlinteler Weg sowie der Gewerbe- und Uffenstraße. Das wiederum erzeuge „eine geringe Akzeptanz von Schutzstreifen. Zum Beispiel in der Gewerbestraße nutzen viele Radfahrende den linken Gehweg in Gegenrichtung“, so der ADFC und Samusch. Dies werde von Radfahrern als risikoärmer bewertet als der eigentliche Schutzstreifen, sogar so sehr, dass für die Vermeidung derselben Umwege in Kauf genommen werden.

Deutsche Versicherer: Schutzstreifen zu schmal

Laut der Unfallforschung der Deutschen Versicherer sollten Schutzstreifen idealerweise eine Breite von 1,85 Metern aufweisen, bei einer Restbreite von fünf Metern für die Straße – auch, weil neue Autos zunehmend breiter gebaut sind als früher. Die Norder Streifen und Straßen erreichen diese Maße nicht immer: Auf der Osterstraße gibt es neben dem Schutzstreifen zwar sechs Meter Breite für Autos, für Radfahrer stehen aber nur 1,5 Meter zur Verfügung. Zusammen mit den Erfahrungen von Norder Radfahrern bestätige das die allgemeine Einschätzung des ADFC und auch des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, dass für eine gute Radverkehrsinfrastruktur neben Schutzstreifen weitere Lösungen anzustreben sind – verstärkt durch aktuelle Trends im Radverkehr, wie ein zunehmend höherer Anteil von Pedelecs, Lastenrädern sowie Rädern mit Anhängern.

Radfahrstreifen für Norden die bessere Lösung

„Wo immer möglich, ist der Bau von Radfahrstreifen oder Ähnlichen den Schutzstreifen vorzuziehen“, so die Empfehlung des Radverkehrsbeauftragten und der Ortsgruppe. „Dies sollte auch im Sinne der Stadt Norden liegen, die bei der Aufstellung eines neuen Verkehrsstrukturplans eine signifikante Erhöhung des Anteils des Radverkehrs anstrebt.“

Arne Haschen
Arne Haschen Ostfriesland-Redaktion/Norden
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