Norden - Eine Stein- und Betonwüste unweit des Strands in Norddeich ist zwar aus Gründen des Küstenschutzes notwendig, entspricht aber nicht den optischen Maßstäben der Kurdirektion. Deshalb sollen große Teile des neuen Deckwerks auf dem Deich begrünt werden, wie Tourismuschef Armin Korok bei einem Baustellenspaziergang entlang der neuen Wasserkante berichtete. Dafür wurden die schweren Betonsteine, die dem Küstenschutz dienen, so verlegt, dass Sedimente in den Fugen Pflanzen als Wachstumsgrundlage dienen können.
Maßnahme doppelt so teuer wie geplant
Was am Ende schön aussieht, macht die Deichacht Norden indes „nicht ganz glücklich“, wie Rendant Johann Oldewurtel im Gespräch sagte. „Weil die Barrierefreiheit an allererster und die Optik direkt danach steht, mussten wir als Deichacht viele Kompromisse eingehen.“
Am Ende sei der Küstenschutz zwar zu 100 Prozent gewährleistet, allerdings schlägt die Deichverstärkung in dem rund 450 Meter langem Teilabschnitt der Deichacht statt mit den zunächst bewilligten 460 000 Euro nun mit 900 000 Euro zu Buche. „Was am Ende bleibt, ist eine teure und schicke Sache“, so Oldewurtel, den die Belange des Tourismus einiges an Zeit und Nerven gekostet hatten.
Es ist der fünfte von insgesamt sechs Deichabschnitten, der damit so gut wie fertiggestellt ist. Seit vier Jahren erneuert die Deichacht Norden das insgesamt elf Kilometer lange Bollwerk in ihrem Küstenabschnitt nach und nach. Rund acht Kilometer davon sind mit der Wasserkante in Norddeich fertiggestellt. Oldewurtel hofft, im kommenden Jahr auch noch die letzten Kilometer östlich des Hafens in Richtung Ostermarsch sanieren zu können. „Bis auf diesen Abschnitt und einen Teilbereich im Osthafen Norddeichs sind die Deiche der Deichacht Norden so hoch, dass sie den heutigen Erkenntnissen zum Anstieg des Meeresspiegels entsprechen.“
Extra heller Sand für den Strand
Was noch nach Beton- und Steinwüste aussieht, soll künftig mit Gras bewachsen sein. Bild: Elisabeth Ahrends
Weniger den Küsten- dafür aber den Umweltschutz im Blick hat die spezielle Beleuchtung, die an der neuen Wasserkante zum Einsatz kommt. „Die Lampen strahlen nach unten“, sagte Kurdirektor Korok. Damit wolle man für einen sicheren Gang entlang des Deichs sorgen, zugleich die Tiere in diesem Abschnitt aber nicht zusätzlich stören.
Allein optische Gründe hat hingegen der Sand am Strand. „Es ist ein riesiges Problem gewesen, dass er so hell ist“, berichtete Korok. Am Strand erwarten viele Besucher einen hellen Sand, wie man ihn etwa von den Inseln kennt, weiß er. So dunkel wie im Sandkasten zu Hause sollte er hingegen nicht sein. Zunächst hatte die Kurdirektion auf Baggersand aus der Fahrrinne nach Norderney gehofft.
Diese Lösung hatte sich aber ebenso zerschlagen, wie den Sand einer nicht mehr genutzten Bohrplattform aus der Leybucht verwenden zu können. Letztlich wurde man in Tannenhausen fündig, von wo aus feiner, hellgelber Sand nun tonnenweise nach Norddeich gebracht wird – allerdings erst, wenn die anderen Bauarbeiten abgeschlossen sind.
