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NWZonline.de Region Ostfriesland

Norder Adventstürchen: Wie Vertriebene in Norden eine neue Heimat fanden

07.12.2021

Norden Es gilt als eines der größten deutschen Flüchtlings- und Vertriebenenlager der Nachkriegszeit und prägt bis heute den Norder Stadtteil Tidofeld. Dabei wurden die letzten Baracken 1968 abgerissen. Im kollektiven Gedächtnis leben die Erinnerungen an Stockbetten, Waschbaracken, tobende Kinder und traumatisierte Erwachsene im Lager Tidofeld jedoch bis heute weiter. Auch und gerade weil zahlreiche ehemalige Bewohner noch heute in Norden leben und dort ein neues Zuhause gefunden haben. So wie Wolfgang Gröger.

Als Vertriebener eine neue Heimat gefunden

Der heute 80-Jährige kam mit elf Jahren mit Mutter und Bruder nach Norden, nachdem die Schlesier 1946 aus ihrem bisherigen Zuhause vertrieben worden waren. Grögers Vater war kurz vor Kriegsende gefallen und hatte seine Frau Helene mit den beiden Söhnen Wolfgang, damals vier Jahre, und dem Säugling Siegfried zurückgelassen. 1946 erreichten die Drei auf ihrer Flucht Holtland im Kreis Leer, wo sie zunächst Zuflucht fanden. 1952 schließlich holten Grögers Großeltern Hermann und Agnes Schmidt, die eine kleine Wohnung im Lager Tidofeld bewohnten, die Familie zu sich nach Norden. Dort konnten Wolfgang, Siegfried und Helene Gröger schon wenig später eine eigene Wohnung mit drei Zimmern in Baracke 7b beziehen. „Wir haben dort recht komfortabel gewohnt“, erinnert sich Gröger an die Zeit im Lager. Anders als andere Bewohner hatten sie eine eigene Küche und teilten sich zu Dritt ein Doppelbett. Und zu Weihnachten „hatten wir sogar einen Weihnachtsbaum und sehr viel Lametta“. Das wünscht sich Gröger noch heute jedes Jahr für den Tannenbaum, „aber ich kann mich nicht durchsetzen“, sagt er und lacht.

Bot in den Nachkriegsjahren Hunderten Familien Zuflucht: das ehemalige Flüchtlings- und Vertriebenenlagers Tidofeld. Bild: Medienzentrum Norden

Bis heute in Tidofeld zu Hause

Wohnen tut der Rentner übrigens nach wie vor in Tidofeld – und zwar in dem Haus, das er 1959, nachdem das Land Niedersachsen ein Jahr zuvor ein Barackenräumungsprogramm beschloss hatte, mit Mutter und Bruder bezogen hatte. Es ist eines von 111 Siedlungshäusern, die bis 1962 auf dem ehemaligen Lagergelände entstanden. „Mit 18 Jahren hatte ich dort zum ersten Mal in meinem Leben ein eigenes Zimmer“, sagt Gröger, der sich zuvor immer ein Bett mit Mutter und Bruder geteilt hatte.

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Digital eintauchen in die Geschichte des Lagers

Grögers Geschichte ist dabei nur eines von zahlreichen Schicksalen, die in der Gedenkstätte Gnadenkirche Tidofeld, Donaustraße 12, erlebbar gemacht werden. Weil sich in diesem Jahr die Ankunft der ersten Vertriebenen zum 75. Mal jährt ist in Kooperation mit dem Medienzentrum Norden eine digitale Ausstellung unter dem Titel „Es war Heimat für mich“ entstanden, in der es vielfältige Perspektiven auf die Geschichte des ehemals größten Flüchtlings- und Vertriebenenlagers auf dem Gebiet der Britischen Besatzungszone und des späteren Landes Niedersachsen gibt. Zur Onlineausstellung geht es hier.

Elisabeth Ahrends Redakteurin / Redaktion Norden
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