Nordsee/Bonn/Berlin - In den drei Naturschutzgebieten in der deutschen Nordsee können nun konkrete Maßnahmen zum Schutz der Natur beginnen. Die notwendigen Managementpläne seien in Kraft getreten, teilten das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in einer gemeinsamen Mitteilung am Freitag in Bonn und Berlin mit. Als erstes Projekt soll in den kommenden Monaten mit der Installation eines Austern-Pilotriffs im Schutzgebiet „Borkum Riffgrund“ in Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegner-Institut für Meeresforschung begonnen werden.
Außerhalb der Zwölf-Meilen-Zone des Küstenmeeres der deutschen Nordsee gibt es drei Schutzgebiete mit einer Fläche von insgesamt mehr als 7900 Quadratkilometern. Das ist fast ein Viertel der so genannten ausschließlichen Wirtschaftszone. Das Gebiet „Sylter Außenriff“ ist mit 5600 Quadratkilometern sogar das größte deutsche Naturschutzgebiet. Dort sind nicht grundsätzlich alle menschlichen Aktivitäten verboten, aber einige schon und es gelten strengere Maßstäbe für Genehmigungen.
Wiederaufbau von Riffen der europäischen Auster
Die Maßnahmen der Managementpläne wurden auf der Basis umfangreicher Datenanalysen entwickelt und umfassen sieben Bereiche. „Darunter sind Maßnahmen zum Wiederaufbau von Riffen der europäischen Auster, aber auch von Steinriffen, zur Reduzierung von Schadstoffeinträgen und dem Umgang mit Abfall und Kampfmittelaltlasten“, sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel. „Auch der Unterwasserlärm soll deutlich reduziert werden, um vor allem die Schweinswale zu schützen.“
Das BfN habe die Gebietsmanagementpläne seit 2017 in engem Austausch mit der Öffentlichkeit, den zuständigen Behörden und Interessenverbänden erarbeitet. Das Bundesumweltministerium hat die Vorschläge mit den Bundesministerien für Verkehr, Landwirtschaft und Wirtschaft abgestimmt. Auch in den Außenbereichen der Ostsee gibt es drei marine Naturschutzgebiete, für die ebenfalls Managementpläne entwickelt wurden, die nun in die Beteiligung der Öffentlichkeit gehen.
