Norden - Direkt vor Heiligabend erreichte die Omikron-Variante des Coronavirus den Landkreis Aurich – und stellt besonders im Bereich der Stadt Norden und auf Norderney seitdem einen wachsenden Anteil bei den bestätigten Infektionsfällen: Von den aktuell 45 Betroffenen in Norden sowie 40 auf der Insel sind jeweils neun beziehungsweise 19 Personen mit Omikron infiziert, wie der Landkreis Aurich am Dienstag mitteilte. Am 23. Dezember waren erstmals drei Fälle der Corona-Variante bei drei Reiserückkehrern auf Norderney nachgewiesen worden. Was passiert nun aber mit denjenigen, die sich im Urlaub – vor allem auf einer Insel – infizieren?
Landkreis arbeitet mit besonderem Konzept
Im Landkreis Aurich gilt dazu seit Dezember ein besonderes Quarantäne- und Testkonzept, das unter anderem eine längere Dauer für die Isolation bei Verdachtsfällen vorsieht. Wie Kreissprecher Rainer Müller-Gummels auf Anfrage erklärt, geschieht das auch unabhängig davon, ob es sich um die Omikron-Variante handelt. Die Quarantäne dauert demnach zehn Tage und ist mit einem negativen PCR-Test abzuschließen, der auch frühestens am letzten Quarantänetag möglich ist. Gemäß RKI-Empfehlung können Personen, die eh regelmäßig negativ getestet werden, diese Zeit halbieren. Wer schon alle Impf-Pikser bekommen hat oder genesen ist, muss gar nicht in Isolation – sofern keine Symptome vorliegen und PCR-Tests durchgeführt werden.
Urlauber vom Gesundheitsamt betreut
Bei Urlaubern, die im Infektionsfall nicht beliebig lange vor Ort in Quarantäne bleiben können, springt das örtliche Gesundheitsamt ein, so der Kreissprecher. Diese betreuen Betroffene, die eine Quarantäne vor Ort verbringen oder „nach Möglichkeit“ auch abreisen können. „Für die Rückreise, die unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen beziehungsweise Bedingungen zu erfolgen hat, wird eine Genehmigung des Gesundheitsamtes benötigt“, betont Müller-Gummels. Die aktuell gehäuften Fälle in Norden und auf Norderney betreffen demnach vorwiegend Reiserückkehrer sowie Infektionen im privaten Bereich.
Passagiere müssen im eigenen Auto bleiben
Für Omikron-Betroffene auf der Insel bedeutet das jedoch, dass sie mit der Fähre – und vielen anderen Passagieren ohne Corona – aufs Festland zurückfahren müssen. Das stellt allerdings kein großes Problem dar, wie Fred Meyer von der Reederei Norden-Frisia erklärt. „Wer auf Norderney Omikron hat, sitzt natürlich erstmal fest, aber Inselgäste, die zurück müssen, bleiben dann einfach in ihrem Auto sitzen.“ Solange Passagiere, die als Verdachts- oder Infektionsfälle gelten, ihre sogenannte „persönliche Zitadelle“ nicht verlassen, sei Omikron für den Fährbetrieb keine große Herausforderung – auch, weil die Fahrzeit zwischen Norderney und dem Festland nicht lang ist. Für Betroffene, die ohne eigenes Auto angereist sind, muss dann ein Transport ermöglicht werden. Meyer: „Anders geht es halt nicht.“
