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NWZonline.de Region Ostfriesland

Ärger in der Ostermarsch: Anwohner wittern Baulandskandal

30.07.2021

Ostermarsch Im Ortsteil Ostermarsch ist der Dorffrieden derzeit gestört: Anwohner der Straße Lüttje Hörn erheben schwere Vorwürfe gegen Ortsvorsteher Manfred Placke sowie gegen die Norder Verwaltung. Grund dafür ist die angebliche Planung von 1,2 Hektar Bauland zwischen einigen Grundstücken der Sackgasse Lüttje Hörn und der Ostermarscher Landstraße. Auf den drei dort liegenden Grünlandflächen sollen acht Häuser gebaut werden, wie die Anwohner in Erfahrung gebracht haben wollen. Pikant: Eine der Flächen gehört Manfred Placke. Dieser habe zudem Fragen, ob dort künftig gebaut werde, stets verneint. Dabei wollte er selbst einst die größte der drei Parzellen kaufen, berichten die ehemaligen Eigentümer. Als Grünland seien dabei jedoch ganz andere Preise im Spiel gewesen als im Fall von deklariertem Bauland.

Vorwürfe von Wortbruch und Ignoranz

Transparente sind aktuell als Zeichen des Protests entlang der ganzen Straße ausgehängt.

„Uns wurde von unserem Ortsvorsteher mit Falschaussagen ins Gesicht gelogen“, sagen die Anwohner Astrid und Karl Krupp, Illona und Jürgen Wittenbecher sowie Sibille und Herman Jacobs. Als Interessensgemeinschaft machen sie aktuell mit Transparenten und Protestschreiben an Bürgermeister Heiko Schmelzle (CDU) sowie SPD-Bürgermeisterkandidat Florian Eiben (Manfred Placke ist Mitglied der SPD) ihrem Ärger Luft. Sie werfen nicht nur Placke Wortbruch, sondern auch der Norder Verwaltung Ignoranz vor: Das Bauamt habe an den rechtlichen Bedingungen in der Ostermarsch vorbeigeplant. „Die alte Ortssatzung, die auch heute noch Bestand hat, sagt: Da sind Bauvorhaben nicht erlaubt“, weiß Jürgen Wittenbecher. Als eins der letzten Straßendörfer Ostfrieslands wurde das Ostermarscher Ortsbild demnach als schützenswert eingestuft - was die Anwohner mit Dokumenten aus den 1990er-Jahren belegen wollen.

Infrastruktur im Ort nicht ausreichend

Aus Sicht der Anwohner ist die Straße gar nicht ausgelegt für Lkw-Verkehr, der für Neubauten notwendig sei.

Als weitere Gründe gegen eine Vergrößerung der Siedlungsfläche führen sie die existierende Infrastruktur ins Spiel. „Die Straße hier ist gar nicht für ein Baugebiet ausgelegt“, sagt Karl Krupp. Vor allem aber fehle es an passenden Anschlüssen: Sowohl Strom- wie auch Gas- und Wasserleitungen seien mehrere Jahrzehnte alt und nicht für mehr Abnehmer ausgelegt. Noch schlimmer aber sei die Flächenversiegelung: „Wenn es regnet, steht auf der Wiese alles unter Wasser“, so Astrid Krupp, die die größte der drei Grünlandflächen vor einigen Jahren verkaufte – aber nicht an den Interessenten Manfred Placke. Weil die Entwässerung rund um Lüttje Hörn eh schwierig sei, wie schon der Entwässerungsverband bei einem Ortsbesuch vor einigen Jahren festgestellt haben soll, fürchten die Anwohner sich vor steigenden Pegeln in den Gräben durch den Bau neuer Häuser.

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Ortsvorsteher sieht Bedarf an Bauland

Manfred Placke weist die Vorwürfe indes von sich. „Wir haben hier ein Baugebiet über 1,2 Hektar“, sagt er mit Blick auf die Grundstücke neben der Straße Lüttje Hörn. Vom Bauamt der Stadt sei er gefragt worden, wie er zu der Vermarktung als Bauland stehe. „Da habe ich gesagt: Wir brauchen Bauland. Es gibt Menschen, die da wohnen wollen, auch junge Leute“, so der Ortsvorsteher. Dass ihm eins der Grundstücke gehöre, streitet er nicht ab: „Das gehörte einst meinen Großeltern, ich habe es dann bei einem Verkauf vor Jahren zurückgekauft.“ Dieses sei mit rund acht Metern Breite aber nicht geeignet als Bauland, erklärt er. Zumal der Radweg in Ostermarsch, der aktuell auf Höhe Lüttje Hörn aufhört, irgendwann geschlossen werden soll. „Dann bleibt da eh nichts von übrig“, sagt Placke.

Bürgermeister lässt sich Dokumente zeigen

Die Norder Stadtplanung bestätigt indes, dass Bauland in der Ostermarsch geplant ist, allerdings seien die Planungen noch ganz am Anfang. Die von den Anwohner ins Spiel gebrachte alte Ortssatzung sowie andere Dokumente werden nun aber von der Verwaltung geprüft, wie Bürgermeister Heiko Schmelzle nach einem Besuch in der Ostermarsch bestätigt. „Das sind sehr aktive und gut vorbereitete Bürger“, sagt er, „die haben mir Unterlagen zur Verfügung gestellt, die ich nicht kannte.“ Er lobte, dass den Anwohnern an einer sachlichen Klärung gelegen sei. „Ich denke, es gab eine erste Beruhigung der Gemüter. Wir prüfen das jetzt“, so Schmelzle.

Anwohner wollen weiter kämpfen

Die Anwohner in Lüttje Hörn kündigen indes an, weiter kämpfen zu wollen. „Für uns ist das Notwehr“, sagt Sibille Jacobs. Je nachdem, wie die Verwaltung jetzt reagiere, will die Interessensgemeinschaft rechtliche Schritte nicht ausschließen. Rückenwind erfahren sie indes aus der Nachbarschaft. „Es haben sich auch andere gemeldet, bei denen ähnliches passiert ist“, heißt es.

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