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NWZonline.de Region Ostfriesland

Behördenkrach in Norden-Ostermarsch: Verschwundener Schloot sorgt für nasse Häuser

01.01.2020

Ostermarsch Im Norder Ortsteil Ostermarsch geht der Ärger weiter: Während Anwohner der Straße Lüttje Hörn weiter gegen einen geplanten Lückenschluss zu Ostermarscher Landstraße hin protestieren (Lesen Sie auch: Anwohner wittern Baulandskandal) , gibt es am rund 200 Meter entfernt liegenden Mandepolderweg ebenfalls Zoff mit Behörden. „Hier wurde ein Schloot illegal zugeschüttet und bei uns wird alles nass“, beklagt Cordula Jung, die mit ihrem Mann Oliver Jung direkt an der betroffenen Stelle wohnt. Sie sind nicht die einzigen, denn auch im Keller der ehemaligen Gaststätte Hartig direkt nebenan ist „Land unter“, wie Besitzerin Ute Broeksmid berichtet. „Da steht alles unter Wasser. Das war früher auch nass, aber noch nie so hoch wie jetzt.“ Ursache dafür sei, dass eine ehemalige Nachbarin das nun vermisste Schloot zuschüttete, um die Zuwegung zu einem Bauplatz auf ihrem Grundstück mit der Hausnummer 31 – das direkt an die Gaststätte und das Haus von Cordula Jung angrenzt – zu ermöglichen. Beim zuständigen Amt für Kreisstraßen, Wasserwirtschaft und Deiche wird allerdings abgestritten, dass es das Gewässer jemals gab.

Darum geht es: Im Ortsteil Ostermarsch vermissen Anwohner am Mandelpolderweg ein Gewässer, das angeblich für Bauzwecke zugeschüttet wurde. Die zuständige Behörde mauert indes.

Alte Ortssatzung immer noch gültig

Den Anfang nahm die Geschichte vor zehn Jahren, erinnert sich Cordula Jung. „Ortsvorsteher Manfred Placke stand bei uns vor der Tür und sagte, wir müssten ein Stückchen Land abtreten, damit die Nachbarin einen Zugang zum Bauen hat.“ Dagegen verwehrten sie und die Anwohner sich, auch mit dem Verweis auf die Ortssatzung von 1979. „Die ist alt, aber bis heute gültig, weil es nie eine neue gab. Und die sagt, dass da nicht gebaut werden darf – schon gar nicht in zweiter Reihe“, so die Anwohner am Mandepolderweg. Als es ein paar Jahre später dann auf dem Nachbargrundstück konkret wurde mit dem Bauplatz, ergriffen sie erste rechtliche Schritte.

„Wir mussten per Anwalt Unterlagen der Stadt Norden anfordern, weil man uns nichts sagen wollte“, lautet der Vorwurf in Richtung Rathaus. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Schloot dann stückweise zugeschüttet, berichten die Nachbarn. Ihr Verdacht: Damit sollte eine ausreichend breite Zuwegung zum Bauplatz geschaffen werden, weil die Einfahrt dorthin sonst eng geworden und ein Überwegungsrecht für die Bewohner des Neubaus notwendig gemacht hätte.

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Die Sicht auf die Einfahrt des betroffenen Grundstücks. Links ein derzeit leerstehendes Haus, hinten rechts wurde ein Bauplatz vorbereitet. Der verschwundene Schloot verlief einst rechts der Einfahrt bis zur Hauptstraße – heute von Büschen überwachsen.

Zuständiges Amt streitet Existenz ab

„Seitdem der Bauplatz 2019 mit Baggern verdichtet wurde, gingen die Probleme bei uns los“, sagt Cordula Jung. Die Einwände seien beim Bauamt der Stadt Norden jedoch nicht akzeptiert worden – auch nicht, dass dort in zweiter Reihe gebaut würde. Dass die Ortssatzung für Ostermarsch derart ignoriert wird, irritiert und verärgert Junges und Broeksmids. Dass nun seitens der Kreisbehörde die Existenz des verschwundenen Schloots in Abrede gestellt wird, setze dem Ganzen jedoch die Krone auf. „Es gab im letzten Jahr eine Ortsbegehung mit zwei Mitarbeitern, die uns sagten, hier habe es nie ein Gewässer gegeben“, berichtet Ute Broeksmid.

Mündlich wurde demnach dann in Aussicht gestellt, drei unbeteiligte Zeugen zu organisieren, um das Anliegen weiterzurbringen. „Als wir diese dann hatten, wollte sich niemand an die Abmachung erinnern.“ Auch Ausschnitte aus Ortskarten von 1951 bis 2014, die ein Gewässer zwischen Gaststätte und der heutigen Hausnummer 31 zeigen, wurden nicht akzeptiert. Seit Anfang Mai nun warten die Ostermarscher auf eine Reaktion – sie hatten der Ankündigung, dass ihr Antrag kostenpflichtig abgelehnt würde, zugestimmt.

Auf dieser Karte von 1951 ist – wie auch in neueren Karten – steht eine Verbindung der umliegenden Schloote zum jetzt verschwundenen Teilstück zu sehen.
Ein Ausschnitt der Ortssatzung von 1979: Hier ist sogar das Wellensymbol für ein Gewässer direkt im umstrittenen Bereich neben dem Mandelpolderweg eingezeichnet.

Vorgang auf Behördenseite nicht in Bearbeitung

Tatsächlich ist der Vorgang beim Amt für Kreisstraßen, Wasserwirtschaft und Deiche bereits abgehakt, wie Kreissprecher Rainer Müller-Gummels auf Anfrage bestätigt: „Das Anliegen befindet sich bei der Unteren Wasserbehörde nicht mehr in der Bearbeitung.“ Dort gilt auch weiterhin, dass es den fraglichen Schloot nie gab. „Unseres Erachtens kann nicht nachgewiesen werden, ob an der fraglichen Stelle jemals ein Gewässer vorhanden war“, sagt Müller-Gummels. Grundsätzlich stelle die Verfüllung eines Gewässers wohl einen Ausbau dar, der grundsätzlich genehmigungspflichtig sei, „allerdings ist ja auch nicht gesichert, dass eine Genehmigung benötigt worden wäre, wenn an der Stelle nie ein Gewässer vorhanden war“, so der Landkreis.

Dass Gewässer nicht einfach zugeschüttet werden dürfen, bestätigt auch Johann Oldewurtel, Rendant des Norder Entwässerungsverbands. „Es ist schon denkbar so etwas zu tun, aber da müssen viele Fragen geprüft werden. Auch der Naturschutzaspekt, weil ein Grabenbiotop wertvoll ist und möglicherweise eine Ausgleichsfläche nötig wird“, so Oldewurtel. Nordens Bürgermeister Heiko Schmelzle, der zwischenzeitlich bereits mit den Anwohnern am Mandepolderweg sprach, war bislang nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Arne Haschen Redakteur / Redaktion Norden
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