OSTFRIESLAND/FRIESLAND - Der Schlafmediziner Dr. Andreas Möller, der Medizinrechtler Alexander Reents und Prof. Thomas Netzel von der Hochschule für angewandte Wissenschaft, Hamburg, sowie ein Vertreter der Techniker Krankenkasse diskutieren am Mittwoch, 26. Februar, von 15 bis 17 Uhr zu einer Podiumsdiskussion in Jade Hochschule Wilhelmshaven über Schlafapnoe und die Einsparstrategien der Krankenkassen.
Vor wenigen Jahren noch war das Krankheitsbild der Schlafapnoe – volkstümlich als Schnarchen mit nächtlichen Atemaussetzern bekannt – den meisten unbekannt. Das hat sich geändert. Bei immer mehr Menschen entdeckt man, dass sie an einer Schlafapnoe leiden. Diese Krankheit lässt sich mit einer nächtlichen Maskenbeatmung exzellent in den Griff bekommen. Man weiß inzwischen, dass diese so genannten schlafbezogenen Atmungsstörungen die Lebensqualität enorm beeinträchtigen können und einen erheblichen Risikofaktor für Bluthochdruck, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes darstellen. Schlafapnoe, so der jüngste Verdacht, kann auch eine gefährliche Augenerkrankung, den grünen Star, begünstigen.
Je mehr die Medizin über das Wesen der Schlafapnoe in Erfahrung bringt, desto radikaler fällt in jüngster Zeit die Einsparstrategie der Krankenkassen aus. Weil immer mehr Menschen als Schlafapnoeiker identifiziert und behandelt werden, versuchen die Krankenkassen zu sparen. Verweigern können sie den Betroffenen Diagnose und Therapie nicht, doch man kann die Mittel für die Versorgung mit raffinierten Strategien kürzen. Die Krankenkassen haben plötzlich das Instrument der Ausschreibung anstatt der bisher praktizierten Verhandlung mit den einzelnen Versorgungsfirmen entdeckt. Dabei ist das ausschließliche Vergabekriterium nur noch ein möglichst niedriger Preis. Diese Entwicklung führt unweigerlich zu einer Versorgung der Patienten mit Billiggeräten und unterbindet eine für die Therapietreue unumgängliche Information und Betreuung der Betroffenen. Patienten werden beim Wechsel ihres bisherigen Versorgers zum neuen, der die Ausschreibung der Kasse gewonnen hat, von heute auf morgen ihre bisherigen Geräte, auf die sie eingestellt waren, weggenommen und durch billigere Geräte ersetzt. Dies führt in vielen Fällen dazu, dass Patienten wegen der neuen Geräte, mit denen sie nicht klarkommen, ihre Therapie abbrechen und so weiterhin Gefahr laufen, Folgeerkrankungen zu erleiden.
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